EHS- was nun?

Was sie selbst als erstes tun können

► Handy in Flugmodus schalten
► WLAN deaktivieren/ ausschalten (Siehe WLAN)
DECT (Haus-)Telefon Stecker ziehen bzw. nur im Ecomode plus nutzen. Abstand zum Bett
► Keine Stereoanlagen, Lautsprecher und TV Geräte ohne Kabel
► Keine elektrische Heizdecke
► Leselampe ausstecken (Batteriebetrieben ist in Ordnung)
► Zum Radiowecker Abstand halten (Batteriebetrieben ist in Ordnung)
► Nach Möglichkeit kein Metallbett- besser ist ein Holzbett
► Aktiven Stromleitungen in der Wohnung vermeiden: Stromleiste oder Netzfreischalter installieren
► Heizung im Wasserbett ausschalten


Versuchen sie Elektrosensibilität als eine Art Allergie zu verstehen.

Kontakt mit auslösenden Allergenen zu vermeiden, ist der sicherste Weg, allergische Reaktionen und Beschwerden gar nicht erst entstehen zu lassen. So sollten elektrosensible Menschen umgehend Maßnahmen ergreifen, um eine Exposition (Hochfrequenz/ Niederfrequenz) zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, sollten sie die Exposition so weit wie möglich reduzieren (Abschirmung). Sofern sie keine Maßnahmen treffen, kann sich eine Übersensibilisierung auf weitere Strahlungsquellen einstellen.

Elektrosensible müssen nicht auf Internet und Telefon verzichten:
– Kabelgebundenes Internet (DSL/ LAN)
– Kabelgebundenes Telefonieren


Bewältigungsstrategien

Innere Einstellung/ Entspannungsübungen (Stressabbau)

Bewältigungsstrategien sind für Menschen mit Umweltsensibilitäten/ -unverträglichkeiten von entscheidender Bedeutung. Möglicherweise haben sie ihre Arbeitsfähigkeit verloren, sind nicht in der Lage, Kontakte außerhalb ihres Zuhauses zu knüpfen oder sogar Routineaufgaben wie das Einkaufen von Lebensmitteln auszuführen, da durch bestimmte Umwelteinflüsse Symptome ausgelöst werden können. Von wichtiger Bedeutung ist die innere Einstellung. Jeder, der unter einer schwächenden chronischen Krankheit leidet, braucht Zeit, um über den Verlust seines früheren Lebens zu trauern.

Die Isolierung ist oft einer der schwierigsten Aspekte bei Umweltempfindlichkeiten/ -unverträglichkeiten. Familie und Freunde verstehen möglicherweise nicht, was der Betroffene durchmacht. Dieses Unverständnis kann verstärkt werden, wenn die Krankheit als nicht „echt“ eingestuft wird. In einigen Fällen können Familie und Freunde trotz Aufklärung leider nicht unterstützend wirken. Es ist dann vielleicht ratsam, den Kontakt mit diesen Personen so gering wie möglich zu halten oder zu unterbinden. Auf der anderen Seite kann der Aufbau einer Gemeinschaft von Menschen, die verstehen und sich um sie kümmern, gut investierte Energie sein. Es kann hilfreich sein, über eine Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten. Wenn Sie Ihr Zuhause nicht verlassen, keinen erträglichen Treffpunkt finden, können Sie sich auch über Telefon, Internet oder Email mit anderen Personen vernetzen.


Funkarmen Aufenthaltsort aufsuchen

Suchen sie nach Möglichkeit einen Funkarmen Ort auf. Je länger sie an einem belasteten Ort bleiben, um so empfindlicher werden sie auf weitere Strahlungsquellen! Prävention und sofortiger Stopp der Einwirkung muss an erster Stelle stehen. Hierbei bleibt vielen Betroffenen oft nichts anderes übrig, als Wohnungen und Arbeitsstellen aufzugeben, sofern sie sich dort nicht mehr aufhalten können. Das führt dazu, das viele Elektrosensible von nun an behelfsmäßige Unterkünfte aufsuchen oder gar im freien verbleiben/ in Autos übernachten. Schwer Betroffene sind gezwungen, sich gänzlich in funkfreie Gebiete zurück zu ziehen (Uli Weiner).


Schneller Schutz: Rettungsdecke

Rettungsdecke elektrosensibel

Sofern noch keine Möglichkeit für einen funkfreien Aufenthalt gegeben ist, kann als erster und billigster Schutz für den Körper und zur Wandabschirmung eine Rettungsdecke empfohlen werden. Diese schützt nicht nur vor Kälte/ Hitze- sondern auch effektiv vor Strahlungseinwirkung. Sie sind sehr günstig, großflächig, super leicht, praktisch und mehrmals nutzbar. Unangenehm kann das metallische Knistern sein, sofern man damit schlafen möchte. Geht die Strahlung sehr auf den Kopfbereich, kann es hilfreich sein, einen Teil der Decke abzutrennen/ anzupassen und über den Kopf zu legen, Gesicht kann frei bleiben.


Messgerät

Nach Möglichkeit schaffen sie sich bitte ein Messgerät an. Dies werden sie zukünftig benötigen. Sei es zur Abschirmung oder auch zur Wohnungssuche. Mit einem Messgerät können sie Strahlungsquellen ausfindig machen. Sie können erkennen, an welcher Seite abgeschirmt werden muss bzw. wo die meiste Strahlung rein kommt. Sie können ebenfalls am Messgerät erkennen, ob die Strahlung gepulst ist- was besonders für Personen wichtig ist, die auf WLAN und DECT reagieren.


Abschirmen

Sofern die Strahlungsquellen bekannt sind, können gezielt Maßnahmen ergriffen werden (Geräte deaktivieren/ Abschirmung). Für die professionelle Unterstützung bei der Messung und Analyse sollten sie einen Baubiologen hinzuziehen. Dieser kann die notwendigen Schritte einleiten und beratend zu Seite stehen. Auch privat ist eine Abschirmung möglich, jedoch zwingend zur Überprüfung der Wirksamkeit mit dem Einsatz eines Messgerätes.


Kontakt zu anderen Betroffenen/ Ärzten/ Vereinen

Nehmen sie Kontakt zu anderen Betroffenen oder Hilfestellen auf (Vereine, Ärzte). Auch das nahe Umfeld (Familie, Freunde etc) sollte einbezogen werden, vielleicht können vorläufige Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Manchmal ist nur eine Verringerung der Strahlung schon ausreichend. Über die Jahre wird man erkennen, wo man sich aufhalten kann, auf was man genau reagiert und wie man sich schützen kann.


Informationen zum Thema

Sammeln sie Informationen über das Thema. Wer viel weiß, kann sich besser schützen und aufklären. Auch ist es Hilfreich mit EHS in irgendeiner Form an die Öffentlichkeit zu gehen. Noch ist die Umwelterkrankung nicht ausreichend bekannt. Viele Elektrosensible engagieren sich, um das Problem öffentlich zu machen:

  • Interviews in den Medien (TV/ Zeitung/ Zeitschriften)
  • Buch schreiben (auch per Amazon digital ohne Verleger möglich)
  • Website erstellen mit Erfahrungen und Informationen
  • Veranstaltungen/ Demonstrationen (derzeit bei 5G sehr aktiv)
  • Auf Plattformen wie Youtube/ Facebook berichten (zum teilen)
  • Beitritt in Vereine
  • Schreiben an die Politik und Ämter
  • Unterzeichnen und Einreichen von Petitionen

Begrenzung der Exposition

Tipps:

  • Beschränken Sie Ihre Handynutzung auf ein Minimum
  • Wenn Sie mit dem Handy sprechen, stellen Sie es auf Lautsprecher. Vom Kopf entfernt halten
  • Verwenden Sie beim Sprechen ein Airtube-Headset (zbsp. Hier)
  • Schalten Sie Ihr drahtloses Heim- / Büronetzwerk (Bsp. WLAN) aus und verwenden Sie Kabel
  • Bitten Sie Ihre Nachbarn, ihre drahtlosen Netzwerke auszuschalten, sofern sie das Internet nicht nutzen. Das gilt insbesondere für die Nachtzeit.
  • Entfernen Sie schnurlose Telefone (DECT). Diese senden eine enorme Menge an HF-Strahlung aus (es gibt auch Strahlungsarme DECT Telefone)
  • Tragen Sie Ihr Handy niemals am Körper
  • Geben Sie Ihrem Kind kein Handy (außer in Notfällen). Kinder haben dünnere Schädel und die Strahlung dringt tief in ihr Gehirn ein
  • Verwenden Sie Ihr Handy nicht im Auto. Das Auto fungiert als Farraday-Käfig, der die Strahlung im Auto einfängt und somit erhöht
  • Schalten Sie die Internetverbindung (3G/ 4G) auf Ihrem Smartphone aus (Flugmodus) *Smartphones senden ständig HF-Strahlung aus, um nach einem Signal zu suchen und Daten zu senden/ empfangen
  • Platzieren Sie Ihren Laptop nicht auf den Schoß. Laptop vom Körper fernhalten
  • Ersetzen Sie CFL-Glühlampen (Kompaktleuchtstofflampen) durch Standard-Glühlampen
  • Trennen Sie alle elektrischen Geräte in Ihrem Haus, wenn Sie diese nicht benutzen (Geräte im Standby-Modus erzeugen immer noch ein elektromagnetisches Feld).
  • Wenn Sie sich in unmittelbarer Nähe mehrerer Mobilfunkmasten befinden, ziehen Sie an einen anderen Ort
  • Entfernen Sie die Dimmer/ Heizdecken
  • Schlafen Sie in einem stromlosen Schlafzimmer
  • Schlafen Sie auf einem metallfreien Bett (Metall fungiert als Leiter).
  • Verwenden Sie keine Mikrowelle
  • Wechseln Sie von elektronischen Weckern zu batteriebetriebenen
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