Diagnostik

Diagnose von Elektrosensibilität

Diagnose von Elektrosensibilität in einem Labor

Immer mehr Menschen klagen über Elektrosensibilität– wie erstellt man hierfür eine Diagnose?

Diagnose von Elektrosensibilität | Elektrosensibilität ist eine durch Strahlung verursachte Krankheit. Jeden Tag stellen Ärzte in ihren Praxen fest, dass immer mehr Menschen an Symptomen der Elektrosensibilität leiden. Einige von ihnen können infolgedessen ihre Wohnung nicht verlassen, ohne ernsthafte Störungen zu erleiden. Schwer Betroffene müssen sogar an abgelegenen Orten leben, weil sie die künstlichen elektromagnetischen Felder der veränderten Umgebung nicht vertragen.

Elektrosensibilität ist in Österreich seit 2012 als diagnostizierbare Störung anerkannt, für deren Diagnose und Behandlung spezifische Richtlinien gelten. Neben chronischem Stress in sozialen und beruflichen Umgebungen sind physische und chemische Belastungen zu Hause, bei der Arbeit und bei Freizeitaktivitäten ursächliche oder beitragende Umweltstressoren. Diese sollten sowohl vom Allgemeinarzt als auch von allen anderen Mitgliedern des Gesundheitswesens beachtet werden.

  • baubiologie.or.at | Leitlinie der Österreichischen Ärztekammer zur Abklärung und Therapie EMF-bezogener Beschwerden und Krankheiten

Nicht-thermische Effekte finden keine Beachtung

Studien, empirische Beobachtungen und Patientenberichte weisen eindeutig auf Wechselwirkungen zwischen EMF-Exposition und Gesundheitsproblemen hin. Individuelle Anfälligkeits- und Umweltfaktoren werden häufig vernachlässigt. Neue drahtlose Technologien und Anwendungen wurden ohne Gewissheit über ihre gesundheitlichen Auswirkungen eingeführt, was die Medizin und die Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellt. Beispielsweise wurden das Problem der sogenannten nicht-thermischen Effekte und der möglichen Langzeiteffekte einer Exposition bei niedrigen Dosen vor der Einführung dieser Technologien kaum untersucht. 

Häufige elektromagnetische Quellen: Hochfrequenzstrahlung von WLAN-Routern und Clients (z. B. Smartphones, Tablets), mobilen Geräten, DECT- Telefonen einschließlich ihrer Basisstationen und Bluetooth-Geräten. Von elektrischen Kabeln, Lampen und Geräten werden extrem niederfrequente elektrische und magnetische Felder abgegeben. 

Eine umfassende Anamnese, die alle Symptome und deren Auftreten räumlich und zeitlich sowie im Zusammenhang mit EMF-Expositionen umfassen sollte, ist der Schlüssel zur Diagnose. Es ist sehr wichtig, die individuelle Anfälligkeit zu berücksichtigen. Die primäre Behandlungsmethode sollte sich hauptsächlich auf die Prävention oder Reduzierung der EMF-Exposition konzentrieren, dh die Reduzierung oder Beseitigung aller Quellen einer hohen EMF-Exposition zu Hause und am Arbeitsplatz.

EHS FAQ’s

  • EHS-Reaktionen sind nicht linear (Provokationsstudien die auf der Annahme der Linearität beruhen sind fehlerhaft) | Dies wurde von McCarty (2011) festgestellt. Daher sind alle Provokationsstudien, die auf der Annahme der Linearität beruhen, fehlerhaft. Dies schließt ebenfalls die Hypothese aus, dass EHS ein psychischer Zustand ist. Einige Studien legen nahe, dass bestimmte physiologische Reaktionen von Personen dazu neigen, außerhalb des normalen Bereichs zu liegen. Insbesondere müssen die Ergebnisse der Hyperreaktivität im Zentralnervensystem und des Ungleichgewichts im autonomen Nervensystem in klinischen Untersuchungen weiterverfolgt werden.“ | Martin Pall, PhD (Professor für Biochemie und medizinische Grundwissenschaften; Washington State University) stellte fest, dass gepulste Wellen, die typischerweise in drahtlosen Geräten verwendet werden, die zellulären Strukturen viel stärker schädigen und die Effekte nicht linear sind, was bedeutet, dass es keine typische Dosis-Wirkungs-Kurve gibt. electrosensitivity.co | es-ireland.com
  • Charakterisiert durch zunehmende Anfälligkeit und Irreversibilität des Auslösers | Wenn EHS nicht kontrolliert wird und es zu einer allgemeinen Verschlechterung kommt, wird auf einen immer breiteren Frequenzbereich mit immer geringerer Intensität reagiert, dh die Anzahl der Geräte, bei denen Symptome ausgelöst werden, nimmt zu und die symptomatischen Abstände nehmen ab. Die Tendenz zu MCS wird ebenfalls zunehmen und die Irreversibilität wird wahrscheinlicher.
  • Durch Exposition ausgelöste Erkrankung | EHS ist eine kumulative, durch Exposition ausgelöste Erkrankung und die Exposition steigt rapide an. Zu den Geräten, die HF aussenden und bei EHS Symptome verursachen können, gehören: Mobiltelefone, DECT-Festnetzanschlüsse, Wi-Fi-/ Bluetooth-fähige Laptops, Desktop-Computer und Laptops, WLAN-Router, intelligente Messgeräte, fluoreszierende Beleuchtung, Babyphone, Sicherheit Systeme, RFID-Systeme und drahtlose Spielekonsolen. ELF-Felder (Niederfrequenz/ Haushaltselektrik) verursachen bei einigen Personen ebenfalls Symptome. mieuxprevenir.blogspot.com
  • Wie kann EHS von anderen Zuständen unterschieden werden? | Der Zusammenhang von Symptomen mit Exposition ist der größte Hinweis. Oft haben Patienten Maßnahmen ergriffen, um die Exposition zu verringern, z. B. an einen entfernten Ort zu ziehen, die Verwendung elektronischer Geräte einzustellen oder nachts den gesamten Strom abzuschalten, und festgestellt, dass sie sich verbessern.
  • Nocebo-Effekt ungültig | Während der Nocebo-Effekt (durch Angst hervorgerufene körperliche Symptome) vermutet wurde, macht eine gründliche Untersuchung der einzelnen Geschichten dieses Konzept in den meisten Fällen ungültig. Darüber hinaus sind psychologische Therapien bei der Verringerung der Symptome viel weniger wirksam als die Vermeidung elektromagnetischer Felder. Die Risikowahrnehmung allein wurde nicht als ausreichend angesehen, um die beobachteten Merkmale zu erklären. Darüber hinaus wurde in Studien mit kleinen Patienten eine Symptomatik vom Typ EHS nachgewiesen. EHS bei Kindern, Föten (wo medienkultivierte Wahrnehmungen unmöglich sind), macht diese Theorie ebenfalls ungültig. mieuxprevenir.blogspot.com

Die medizinische Diagnose basiert auf mehreren Schritten

  • Selbstdiagnose (aufgrund mangelndem Bewusstsein im medizinischen System)
  • Dokumentation von Beschwerden in der Krankenakte.
  • Untersuchung und Verneinung anderer möglicher Symptomursachen.
  • Medizinische Hintergrundprüfung (Gesundheitszustand, psychische Gesundheit, Beschreibung von Hintergrundkrankheiten und anderen chronischen Erkrankungen).
  • Dokumentation der Strahlenempfindlichkeitssymptome während oder nach der Strahlenexposition (keine absichtliche Strahlenexposition, sondern Dokumentation der Symptome und des Gesundheitszustands nach Verwendung von drahtlosen und zellularen Geräten und Strahlenexposition in der Zeit vor der Expositionsreduzierung).
  • Nachweis und Identifizierung von biologischen Markern der Strahlenempfindlichkeit (Blut- und andere Tests gemäß anerkannten Protokollen in Europa und der Forschung von Professor Dominic Belfum).
  • Dokumentation der Symptomlinderung nach Vermeidung oder Reduzierung der Exposition.
  • Privatkliniken auf der ganzen Welt arbeiten nach dem österreichischen Protokoll oder sind ähnlich für die Diagnose, Begleitung und Behandlung strahlenempfindlicher Personen

Was sind die Symptome?

Die Symptome sind sehr unterschiedlich und unspezifisch, was die Früherkennung oder Diagnose von Elektrosensibilität nicht erleichtert. Jedoch werden sie weltweit einheitlich mit diesen Symptomen beschrieben:

  • Neurologisch | Kopfschmerzen, Kopfdruck, Schwindel/ Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit, Depression/ Angst, Müdigkeit/ Schwäche, Taubheit/ Kribbeln, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Herz | Herzklopfen, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck.
  • Augen: Schmerzen, Druck in den Augen, Sehstörungen, Katarakte.
  • Ohren: Ohrensausen, Hörverlust.
  • Andere: Hautprobleme, Verdauungsprobleme, Dehydration, Nasenbluten, beeinträchtigter Geruchssinn und Lichtempfindlichkeit.

Diagnose von Elektrosensibilität

Kann der Hausarzt Elektrosensibilität diagnostizieren?

Es gibt viele Zustände, bei denen der Mechanismus unbekannt ist und für die keine diagnostischen Tests existieren, wie beispielsweise bei Migräne. Dementsprechend diagnostizieren Ärzte Migräne nur anhand der Art und Weise, wie Patienten die Kopfschmerzen beschreiben. Dasselbe kann und sollte man auf EHS anwenden.

Hausärzte sollten in der Lage sein, Elektrosensibilität auch ohne zusätzliche Tests zuverlässig zu diagnostizieren. Das wichtigste Diagnosewerkzeug für einen Arzt ist die Fähigkeit des Patienten, zwischen Ursache und Manifestation der Symptome und der Art und Weise, wie der Patient die Symptome beschreibt, zu korrelieren. Der Basistest für die Empfindlichkeit/ Unverträglichkeit gegenüber Umweltgiften ist sehr einfach. Hierbei reduziert oder beseitigt man die toxische Quelle und die Beeinträchtigungen/ Symptome lösen sich zeitnah auf. Ärzte, die eine Elektrosensitivität diagnostizieren, befragen daher einen Patienten, um die wahrscheinliche Exposition festzustellen, die während oder vor den Störungen oder Symptomen auftritt.

Wenn eine Person jedes Mal, wenn sie ein Mobiltelefon benutzt, Schmerzen im Kopf empfindet, ist die Ursache des Schmerzes eindeutig das Mobiltelefon. Der Patient muss hierbei natürlich glaubwürdig sein, was eine sorgfältige Anamnese voraussetzt. Ebenfalls sind psychische Probleme auszuschließen. Die Symptome von Menschen mit EHS sind nicht nur in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert, es ist auch sinnvoll, dass solche Auswirkungen auftreten können. Indes ist die Strahlung von Mobiltelefonen und anderen künstlichen drahtlosen Quellen eben nicht „niedrig“, sondern tatsächlich eine Billion Mal höher als die Strahlung in der natürlichen Umgebung, in der wir uns entwickelt haben. Da unser Gehirn, unser Herz und unser Nervensystem elektrisch sind, wirken sich externe elektrische Quellen mit einer so hohen Strahlung auf unseren Körper und unser physiologisches elektrisches System aus. buergerwelle.de

Diagnoseschlüssel

Elektrosensibilität ist mit dem Code Z58 diagnostizierbar (Kontaktanlässe mit Bezug auf die physikalische Umwelt/ Belastung durch elektromagnetische hochfrequente Felder).

*Der Diagnoseschlüssel für eine bestimmte Krankheit leitet sich aus einem einheitlichen Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen ab. Weiter definiert die Weltgesundheitsorganisation die ICD („Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“) als verbindliches Regelwerk. 

Labormedizinische Diagnose

Stressfaktoren | Stressfaktoren sind messbar, daher ist eine Diagnose der Elektrosensibilität Labormedizinisch durchaus möglich. Hierbei kann durch eine Provokation mit elektromagnetischen Feldern (z. B. 15 Minuten Handygespräch/ DECT/ WLAN) eine Kausalität zwischen EMF und der Ausschüttung von Stressfaktoren hergestellt werden.

Biologische Marker der Strahlungsempfindlichkeit | In den letzten Jahren gab es eine Zunahme von Studien, in denen man objektive Biomarker (biologische Marker) fand. Das heißt, medizinische Labortests, die die Empfindlichkeit gegenüber Strahlung nachweisen- ohne dass eine subjektive Befragung von Ja oder Nein erforderlich ist. degruyter.com

Möglichkeiten zum Nachweis einer EHS-Erkrankung

  • fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie)
  • EKG-Herzfrequenz 
  • Dunkelfeldmikroskopie (Geldrollenbildung)
  • Dr. Lebrecht von Klitzing (Verschiedene Testmethoden)

fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie)

Elektrosensibilität kann mit bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden. | In einer wissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 2017, hat Dr. Gunnar Heuser bei Patienten mit Elektrohypersensibilität Anomalien gefunden. Diese konnte man mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) des Gehirns untersuchen. Insbesondere wurden Veränderungen im neuronalen Standardnetzwerk und im zerebralen Blutfluss beobachtet. Es ist anzumerken, dass die konventionelle Magnetresonanztomographie bei denselben Personen nichts Bemerkenswertes zeigte. electrosensibilidad.es | pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Elektrosensible zeigen Veränderungen in der fMRT. Diese Arbeit aus der Praxis zeigt auf, dass man mit der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) bei elektrosensiblen Personen deutliche Unterschiede in den Hirnaktivitäten sehen kann im Vergleich zu einer normalen fMRT. Alle hier vorgestellten elektrosensiblen haben ähnlich veränderte Muster der Hirnaktivität. Die 10 Patienten hatten über Jahre eine Elektrosensibilität (EHS) entwickelt. Normale Labortests ergaben keine auffälligen Werte. Die fMRT ist eine Möglichkeit zur EHS-Diagnose.

strahlentelex.de
  • sensibilidadquimicamultiple.org | Gehirnscans mit fMRT könnten die Diagnose erleichtern, indem sie einen „bemerkenswerten Unterschied“ zwischen Patienten und Kontrollen zeigen.

EKG-Herzfrequenz zur Diagnose von Elektrosensibilität

Im Doppelblindversuch, in welchem nicht bekannt ist, wann die elektromagnetischen Felder wirken, verändern sich bei vielen Elektrosensiblen die Herzrate und Herzratenvariabilität/ Mikrozirkulation und aktive Hautpotenziale. Gesteuert werden die Körperfunktionen über das zentrale Nervensystem.

Veränderung der Herz-Frequenz

Nachweis | Gleichzeitige Veränderung der Herz-Frequenz bei Mensch und Tier bei elektromagnetischer Belastung durch Funkturm. ibes-gegen-elektrosmog.de


Dunkelfeldmikroskopie (Geldrollenbildung)

Elektrosmog beeinflusst das Blut | Gesundes Blut besteht aus Erythrozyten (roten Blutkörperchen), die rund sind und frei im Plasma schweben. Eine Blutprobe, die aus einem Blutstropfen eines Fingers besteht, kann man hierbei unter dem Mikroskop betrachten. Änderungen in Größe, Form und Verklumpung der Erythrozyten können auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit hinweisen. Mit der Rouleau-Bildung ist die Oberfläche der roten Blutkörperchen erheblich reduziert und die Freisetzung von Nährstoffen und die Entfernung von Abfallprodukten beeinträchtigt.

Dunkelfeldmikroskopie, Geldrollenbildung

Nützlich für die Diagnose | Zu den Symptomen können Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel und Übelkeit. Ebenfalls Herz- und Blutdruckprobleme sowie Erkältung, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Extremitäten (Hände und Füße). Die gute Nachricht ist, dass eine Lebendblutanalyse als Diagnose für EHS nützlich sein kann. Wie schnell sich das Blut verklumpt und wie schnell es sich nach der Exposition erholt, kann ein guter Indikator für den Grad der Empfindlichkeit sein.

Bei der Geldrollenbildung der roten Blutkörperchen handelt es sich um eine der einfachsten Nachweismethoden für die Auswirkungen von Elektrosmogeinwirkungen. Durch die Veränderung des Blutes wird die ganze Sauerstoffversorgung im Körper nachhaltig gestört.  Antriebsschwäche und Erschöpfungszustände können die Folge sein.

elektrosmog.com

Dr. Lebrecht von Klitzing (Verschiedene Testmethoden)

Wir können am vegetativen Nervensystem beobachten und auch messen, dass Menschen z.B. gegenüber Mobilfunkstrahlungen elektrosensibel sind. Das vegetative Nervensystem spiegelt die Bioregulation wider, die vom Gehirn (Hypothalamus) gesteuert wird. Auf diese Steuerung hat der Mensch keinen unmittelbaren Einfluss- dazu gehören z.B. der Herzschlag, die Hautdurchblutung, die Aktivität der Kapillargefäße, das EKG und teilweise auch das EEG. Beim EKG ist die Variabilität der Herzrate der Parameter, der uns entscheidende Informationen darüber gibt, ob das Bioregulationssystem funktioniert.

gigaherz.ch

EHS-Test nach Dr. Lebrecht von Klitzing

Dieses Diagnoseverfahren bietet eine klare Beurteilung der Anpassungsfähigkeit des Biosystems in Bezug auf gepulste hochfrequente elektromagnetische Felder und kann somit eine endgültige Diagnose der Elektrosensibilität, des Grades der Erkrankung und möglicher bereits vorhandener Schäden liefern.

Zur Beurteilung des Grades der Elektrosensibilität kann man die Fähigkeit zur Bioregulation (Anpassungsfähigkeit des biologischen Systems an Umweltfaktoren) testen. Dabei untersucht der Arzt die Reaktion des vegetativen Nervensystems auf gepulste elektromagnetische Felder, wie man sie in der Mobilkommunikation verwendet.

  • Herzratenvariabilität (HRV)
  • Mikrozirkulation
  • Elektrische Aktivität der Hautpotenziale (Oberflächen-EMG)

Herzfrequenzvariabilität (Variabilität in der Abfolge der einzelnen Herzaktionen), Mikrozirkulation (Dynamik der Zirkulation in Kapillargefäßen) und aktive elektrische Hautpotenziale werden als objektive Parameter erkannt, die nicht direkt von der Psyche beeinflusst werden können.

Mit Hilfe dieser Parameter kann man Aussagen über den Ist-Zustand des Biosystems, vorhandene Vorschäden (chemische Vergiftungen, Allergien etc.), sowie die Aktivität der Bioregulation treffen.

Durchführung

Bei der Prüfung der Bioregulationsfähigkeit unter Anwesenheit eines elektromagnetischen Reizes werden keine invasiven Techniken eingesetzt und keine Medikamente verabreicht. Die Prüfung findet folglich unter kontrollierten Bedingungen statt. Das heißt, der Raum, in dem das Experiment stattfindet, ist frei von zusätzlichen elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feld-Expositionen.

Der Untersuchungszeitraum gliedert sich dabei in drei Phasen: Ruhe, Exposition und Erholung. Den Patienten informiert man dabei nicht, wenn die Exposition beginnt und endet (Single-Blindstudie). Der verwendete Stimulus ist ein DECT-Telefon, das kontinuierlich ein gepulstes elektromagnetisches Feld aussendet. Die Leistungsflussdichte am Ort der Exposition beträgt 1mW/m², was 10/00 der aktuellen gesetzlichen Richtlinien entspricht.

Während der Untersuchung werden alle physikalischen Parameter kontinuierlich und gleichzeitig gemessen und aufgezeichnet. Zur Beurteilung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) verwendet man ein Brustkanal-EKG. Die aktiven Hautpotenziale werden über einen Sensor am linken Unterarm erfasst und die Mikrozirkulation am Ohrläppchen mittels Laser-Doppler-Bildgebung gemessen.

Zusätzliche Informationen können aus der Bandbreite der HRV abgeleitet werden, die sich aus dem arithmetischen Mittel der Herzaktionen ergibt. Veränderungen in der Mikrozirkulation und den aktiven Hautpotentialen werden ausschließlich aus den Funktionen der Zeit analysiert. Die Ergebnisse anschließend für die verschiedenen experimentellen Phasen anschließend miteinander verglichen.

Ergebnisse

  • Herzfrequenzvariabilität

Bei der Spektralanalyse ist eine geringere Herzfrequenzvariabilität in den Signaleigenschaften der harmonischen Frequenzen deutlich sichtbar, wobei die Bandbreite ein Maß für den Grad der Variabilität ist. Ist die HRV bereits in der Ruhephase vor Beginn der Exposition begrenzt, kann sie ein Hinweis auf eine bereits bestehende, möglicherweise bereits irreversible Schädigung des vegetativen Nervensystems sein. Dies stellt eine große Belastung für die Kapazitäten zur Bioregulierung dar.

  • Mikrozirkulation

Die Mikrozirkulation wird direkt durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Daher liefert der Vergleich der vor, während und nach der Exposition gewonnenen Daten Informationen über die Aktivität der Bioregulation.

  • Aktive Hautpotenziale

Die aktiven Hautpotenziale können Stress und auch Blockaden der elektrischen Signalleitfähigkeit nachweisen. Werden während der Exposition vor allem Veränderungen der Mikrozirkulation und des Hautpotentials festgestellt, ist dies kein Hinweis auf akute Gesundheitsschäden. Gepulste elektromagnetische Felder stellen jedoch einen Stressfaktor für den Organismus dar, der unter Langzeitbelastung zu Krankheiten führen kann.

Mögliche diagnostische Fallen

Wenn Ärzte etwas nicht erklären können, ist es nur zu einfach, das Problem als psychologisch oder wahnhaft zu diagnostizieren. Dabei können Ärzte einem Fehler verfallen, der durch die eigene Unvertrautheit oder den Fortschritt des Verständnisses schneller verursacht wird, als das Bildungssystem es den Ärzten übermittelt. Wenn man noch nie einen Fall diagnostiziert hat, kann es einen scharfsinnigen Diagnostiker brauchen, um zwischen den ungewohnten, aber realen Auswirkungen zu unterscheiden, die in einem Körper auf ungesehenen Ebenen auftreten, zu beunruhigenden Symptomen führen, die ein Vermeidungsverhalten hervorrufen (weil diese Person weiß, dass sie sich in der Nähe bestimmter Geräte unwohl fühlt), und andererseits einem Patienten mit einem echten Wahnzustand als Teil einer psychischen Störung.

Sobald sich der Kliniker jedoch der Existenz von Elektrosensibilität bewusst ist, wird die Unterscheidung leicht, insbesondere nachdem er das Muster mehrerer Fälle gesehen hat, da wahnhafte Zustände gewöhnlich mehrere charakteristische Facetten haben und keine plausible (wenn auch noch ungewohnte) physikalische Erklärung beanspruchen. Dr. Andrew Tresidder

Artikel

  • baubiologie.or.at | Anamnese der Beschwerden | Untersuchung & Befunde | Diagnose | Therapie
  • kaminek.at | Diverse Tests bei Elektrosensibilität
  • electrosensitivity.co | Wie behandeln Sie ES?
  • ncbi.nlm.nih.gov | EUROPAEM EMF-Richtlinie 2016 zur Prävention, Diagnose und Behandlung von EMF-bedingten Gesundheitsproblemen und Krankheiten
  • csn-deutschland.de | Dramatischer Anstieg von umweltbedingt Erkrankten zwingt zur aktiven Hilfe und Unterstützung