Gesundheitszugang EHS

Gesundheitszugang EHS

Zugang zur medizinischen Versorgung für Elektrosensible

Der Zugang zu medizinischer Grundversorgung ist ein fundamentales Menschenrecht. Menschen mit Elektrohypersensibilität (EHS) stoßen in der Praxis jedoch häufig auf strukturelle Barrieren, fehlendes Wissen im Gesundheitssystem und unzureichende Behandlungsmöglichkeiten.

Diese Seite soll das Verständnis für Patientinnen und Patienten mit EHS verbessern und aufzeigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine angemessene, fachlich fundierte und menschenwürdige Versorgung zu gewährleisten. Die Informationen richten sich gleichermaßen an Betroffene, medizinisches Fachpersonal und Entscheidungsträger.

1. Arztpraxen / Fachärzte

  • Viele EHS-Betroffene haben Schwierigkeiten, Allgemeinmediziner oder Fachärzte zu finden, die über Elektrosensibilität informiert sind.
  • Besonderheiten: Wartezimmer mit WLAN, DECT-Telefonen, Empfangsbereich mit elektronischen Geräten.
  • Lösungsansatz: Termine zu Zeiten mit geringer Belastung, Nutzung strahlungsarmer Räume.

Zahnarzt

Elektrosensible Menschen erleben Zahnarztbesuche oft als besondere Herausforderung. Moderne Praxen setzen auf digitale Geräte wie Tablets, DECT-Telefone, WLAN-Router oder funkgestützte Steckdosen, um Abläufe zu organisieren und Patientenakten zu verwalten. Diese Technologien erzeugen elektromagnetische Felder, die bei empfindlichen Personen zu körperlichen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Nervosymptomen führen können.

Betroffene berichten, dass selbst kurze Aufenthalte in Praxisräumen spürbare Belastungen hervorrufen. Es ist daher hilfreich, wenn Praxen Maßnahmen zur Minimierung der Strahlung berücksichtigen. Dazu gehören das Abschalten nicht benötigter Funkgeräte, die Nutzung kabelgebundener Geräte, gezielte Platzwahl im Behandlungszimmer und vor allem kurze Wartezeiten.

Die Situation zeigt, dass elektrosensible Patienten auch bei Routinebehandlungen Unterstützung und Rücksichtnahme benötigen, um medizinische Versorgung ohne unnötigen Stress wahrnehmen zu können.


Krankenwagen

Für elektrosensible Menschen kann ein Krankenwagentransport eine erhebliche Belastung darstellen. Moderne Rettungsfahrzeuge sind mit einer Vielzahl technischer Geräte ausgestattet – darunter Funkgeräte, GPS-Systeme, Mobilfunkverbindungen und medizinische Überwachungsgeräte. All diese Technologien erzeugen elektromagnetische Felder, die bei empfindlichen Personen zu akuten Beschwerden führen können, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen oder Nervosymptomen.

Studien und Erfahrungsberichte von Betroffenen zeigen, dass die Strahlenbelastung in Fahrzeugen oft höher ist als in normalen Wohnräumen, da die Geräte auf engem Raum gebündelt arbeiten. Für Menschen mit EHS ist es wichtig, dass medizinisches Personal über mögliche Strahlenbelastungen informiert ist. Wo möglich sollten Maßnahmen zur Minimierung der Exposition ergriffen werden, zum Beispiel durch Abschalten nicht benötigter Funkgeräte oder gezielte Platzwahl im Fahrzeug.

Diese Problematik verdeutlicht, dass elektrosensible Patientinnen und Patienten besondere Rücksicht im Gesundheitswesen benötigen, um eine sichere und stressfreie Versorgung zu ermöglichen.


Krankenhausaufenthalt

Für elektrosensible Menschen kann ein Aufenthalt im Krankenhaus besonders belastend sein. In modernen Krankenhäusern sind WLAN-Router, DECT-Telefone, Funkgeräte und andere digitale Geräte oft alle paar Meter installiert, um eine lückenlose Kommunikation und medizinische Überwachung zu gewährleisten. Diese permanente elektromagnetische Strahlenbelastung kann bei EHS-Patienten akute Symptome auslösen, darunter Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Herzrasen, Nervosymptome oder innere Unruhe.

Besonders problematisch sind längere Aufenthalte, etwa bei stationären Behandlungen, da die kontinuierliche Exposition über Stunden oder Tage die Beschwerden verstärken kann. Viele Betroffene berichten, dass sie die Ursache ihrer Symptome im Krankenhaus oft nicht erkennen und dadurch zusätzlichen Stress erleben.

Lösungsansätze:

  • Strahlungsarme Bereiche oder Räume auf Anfrage nutzen.
  • WLAN, DECT-Basen oder Funkgeräte in patientennahen Bereichen soweit möglich abschalten.
  • Kabelgebundene Geräte für Überwachung und Kommunikation bevorzugen, wenn dies erlaubt ist.
  • Aufenthalte zeitlich oder räumlich so planen, dass Exposition minimiert wird, z. B. Ruhezeiten in strahlungsarmen Zimmern.

Diese Maßnahmen zeigen, dass bewusste Rücksichtnahme im Krankenhaus entscheidend ist, damit EHS-Patienten eine medizinische Versorgung ohne zusätzliche Belastungen erhalten können.


Pflegeheim

Für elektrosensible Bewohnerinnen und Bewohner stellen Pflegeheime eine besondere Herausforderung dar. Neben der allgegenwärtigen Stromversorgung belasten häufig digitale Geräte und Funktechnik des Personals oder anderer Bewohner – darunter WLAN, DECT-Telefone, Tablets und funkgestützte medizinische Geräte.

Um die Lebensqualität trotz dieser Belastungen zu sichern, ist es wichtig, individuelle Schutzmaßnahmen umzusetzen. Hierbei können spezialisierte Organisationen und Expertinnen für elektromagnetische Feldreduktion beratend unterstützen und helfen, den Aufenthalt im Pflegeheim so sicher und komfortabel wie möglich zu gestalten.


Persönlicher Assistent

Persönliche Assistenten für elektrosensible Menschen sollten über grundlegendes Wissen zu Elektrosensibilität verfügen und die speziellen Bedürfnisse ihrer Klientinnen und Klienten kennen. Fachliche Unterstützung und Schulungen bieten spezialisierte Verbände und Vereine für Elektrosensible.

Die Tätigkeit erfordert zudem, dass die Assistenzperson die Arbeit möglichst ohne eigene Mobiltelefone oder andere elektromagnetische Geräte ausführt, um gesundheitliche Beeinträchtigungen der elektrosensiblen Person zu vermeiden. Ein hohes Maß an Achtsamkeit, Flexibilität und Verständnis für die individuellen Belastungsgrenzen ist dabei entscheidend. godvard.org

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