Elektrosensibilität

Gerichtsurteile

Gerichtsurteile
Französisches Gericht ordnet aus medizinischen Gründen die Entfernung von Linky-Stromzählern (Smart Meter) aus 13 Häusern an
Der Linky-Zähler ist seit seinem ersten Einsatz im Jahr 2015 immer wieder umstritten

Die Intelligenten Zähler senden Mikrowellen aus, die den Klägern zufolge zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Das Gericht verlangte, dass bei 13 Personen der Linky-Zähler entfernt und die Haushalte ohne das Gerät mit Strom versorgt werden. Der Anwalt der Kläger, Arnaud Durand, sagte, er werde auf eine Entschädigung für „die Menschen drängen, die nicht in der Lage sein werden, zu Hause zu leben„.

Bereits im Juni 2017 gelangte die Agentur für medizinische Sicherheit L’Agence Nationale de Sécurité Sanitaire (Anses) zu dem Schluss, dass die Zähler mit einigen „gesundheitlichen Bedenken“ in Verbindung gebracht werden könnten- einschließlich der möglichen Folgen der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern.

Véronique wurde 2017 als Elektrosensibel diagnostiziert, als die 51-jährige Frau sich bereit erklärte, ein Linky-Messgerät in ihrem Haus in der Nähe von Lille zu installieren. Ab der ersten Nacht nach dem Starten des Messgeräts traten Symptome auf. „Ich fühlte mich von einer Strömung durchbohrt“, sagt sie. Véronique beschreibt wie andere Menschen, die sich „elektro-hypersensibel“ nennen, eine unerträgliche Situation. Artikel

Proteste gegen Linky Smart Meter


Italienisches Gericht verfügt sofortige Entfernung von WLAN an einer Schule

Familie erstreitet den Schutz ihrer Tochter. Das eigentliche Gerichtshauptverfahren war für den Monat März 2019 angesetzt. Die Familie einer Grundschülerin mit Elektrosensibilität konnte aufgrund ärztlicher Bescheinigungen erreichen, dass der Gerichtshof Florenz im Zuge eines Dringlichkeitsverfahrens die einstweilige, umgehende Entfernung der WLAN-Netze in der Schule verfügte. Diese hindere die Schülerin –die empfindlich auf die elektromagnetische Strahlung eines WLAN-Routers reagiert- sonst am Schulbesuch.

diagnose-funk.org

Elektrosensibilität wird als Behinderung anerkannt (Frankreich)
Einer 39-jährigen Französin wurde der Anspruch auf eine Behindertenrente infolge Elektrosensibilität aus medizinischen Gründen anerkannt. Laut Urteil ist „die Beschreibung des Krankheitsbildes unwiderlegbar“. 

2015– Marine Richard wurde 1975 geboren und litt bereits seit ihrer Kindheit an Elektrosensibilität. Im Jahr 2010 mit der Aufstellung von 3G, der neuen Generation von Handys, wurde das Leben plötzlich unerträglich. Die Frau, die überempfindlich gegen elektromagnetische Wellen ist, hat alles verlassen: ihre Arbeit und ihr Leben in Marseille. WLAN, Mobiltelefone etc. verursachen bei ihr unglaubliche Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzklopfen. Marine Richard leidet unter der Allergie gegen elektromagnetische Strahlung. Die frühere Radiojournalistin Richard lebt seit Jahren zurückgezogen in den Bergen im Südwesten Frankreichs. 2011 war sie Mitbegründerin der ersten französischen Vereinigung für elektrosensible Menschen. Das Gerichtsurteil aus 2015, das in Toulouse fiel, sprach Richard 800 €/ Monat für zunächst drei Jahre zu.


EHS wird als Berufskrankheit anerkannt (Frankreich)

2019- in einem Urteil vom 17.01.2019 fordert das Verwaltungsgericht von Cergy-Pontoise, die Elektrohypersensitivität eines Forschungstechnikers seiner Arbeit zuzuschreiben- und somit die Anerkennung von EHS als Berufskrankheit. Sophie Pelletier, Präsidentin von PRIARTEM: „Dies ist das erste Mal, dass die Verwaltungsgerichtsbarkeit diese Frage in Bezug auf einen Beamten positiv beurteilt. Eine gerichtliche Entscheidung erkennt die Unverträglichkeit gegenüber elektromagnetischen Wellen als arbeitsbedingte Krankheit an.“ Der Arbeitnehmer wurde vor zehn Jahren krank, nachdem er zwei Jahre lang an einem Gerät gearbeitet hatte, das starke elektromagnetische Felder aussendet. Der Anwalt des Klägers und von PRIARTEM erklärte: „Aufgrund der von uns vorgebrachten Argumente waren die Richter der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die chronische und anhaltende Exposition und die erhöhte Empfindlichkeit von PRIARTEM bei Fehlen anderer offensichtlicher Ursachen ausreichend sind.
Der Gerichtshof entschied, dass die besonderen Umstände und die befürwortende Stellungnahme der Kommission es hinreichend wahrscheinlich machen, dass der Arbeitnehmer EHS durch seine Arbeit erworben hat.


Oberster Gerichtshof erkennt Elektrosensibilität als Arbeitsunfall an (Spanien)

2019- Der leitende System- und Telekommunikationstechniker war ein Mitarbeiter der Endesa-Enel-Gruppe (Energieversorgungsunternehmen) und litt seit 2009 an den Symptomen von Elektrosensibilität, nachdem er ständig elektromagnetischen Feldern ausgesetzt war. Der Arbeitnehmer wurde im Jahr 2013 vom medizinischen Dienst des Unternehmens als empfindlich gegenüber elektromagnetischen Feldern eingestuft und musste trotz des Wissens seine Arbeit in der Nähe von WLAN- und Telefonantennen fortsetzen.

Der Oberste Gerichtshof von Aragón (TSJA) hat die Entscheidung bestätigt, Elektrosensibilität als Ursache in Verbindung mit einem Industrieunfall infolge seiner Arbeit zu bringen. Ein arbeitsbedingter Unfall ist eine Körperverletzung, die ein Arbeitnehmer gelegentlich oder als Folge einer Erwerbstätigkeit erleidet. Das von der TSJA erlassene Urteil schließt sich anderen Gerichtsentscheidungen spanischer Gerichte an, die Arbeitnehmern, die von Elektrosensibilität betroffen sind, Arbeitsunfähigkeit zugestanden haben.

„Wenn keine dringenden Maßnahmen ergriffen werden“, warnt der Experte, „werden die Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit elektromagnetischer Exposition wie Krebs, Elektrosensibilität, Unfruchtbarkeit und Verhaltensstörungen von Kindern zunehmen. 

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Italiener klagt erfolgreich wegen Handy-Strahlung
Gehirntumor/ Invalidenrente erstritten (Rom, 2012)

Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Hirntumoren (Akustikusnerv/ Trigeminusneurinom) und der Exposition gegenüber elektromagnetischen Wellen von Mobiltelefonen (zellulär und schnurlos) anerkannt padovaoggi.it

Ein italienisches Gericht macht den intensiven Gebrauch eines Handys durch einen Geschäftsmann für dessen Gehirntumor verantwortlich. Der Mann erstritt damit eine Invalidenrente für sich. Italiens höchstes Gericht hat eine möglicherweise richtungsweisende Entscheidung zur Gesundheitsbelastung durch Mobiltelefone gefällt. Das Oberste Kassationsgericht urteilte, dass ein gutartiger Gehirntumor bei einem italienischen Geschäftsmann durch die tägliche stundenlange Verwendung seines Handys verursacht wurde. Dafür müsse der mittlerweile behinderte Mann eine Invalidenrente erhalten, hieß es in dem Urteil vom Donnerstag.
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Gericht in Italien erkennt Handynutzung als Ursache für Gehirntumor an
  • Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Tumor durch die Strahlen des Handys entstanden sind (2017)
Weitere Fälle (englisch)
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