Bürger mit EHS im Jobcenter

Bürger mit EHS im Jobcenter

Als Mitarbeiter eines Jobcenters können Sie arbeitssuchende Menschen mit EHS treffen

Die Unterstützung von Arbeitssuchenden bei EHS kann eine große Herausforderung sein, da sie häufig komplexe Probleme und umweltbedingte Hindernisse haben, die ihre Ausbildung und ihre Beschäftigungsmöglichkeiten belasten. Die meisten Bürger mit EHS benötigen besondere Rücksichtnahme, um auf dem Arbeitsmarkt zu sein.

Ein besseres Verständnis der Schwierigkeiten, eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit mit Bürgern mit EHS bieten bessere Möglichkeiten für erfolgreiches Handeln.

Beachten Sie daher in erster Linie, dass es unterschiedliche EHS-Grade gibt

3 Kategorien von EHS

Nicht alle EHS-Patienten sind in gleichem Maße elektroempfindlich. Es variiert von Person zu Person. Einige wenige Betroffene können weiterhin ein Mobiltelefon nutzen (ohne Internet bzw. Flugmodus bei Nichtgebrauch). Sie können elektrosensitive Personen grob in drei Kategorien einteilen.

1) Mäßig elektrosensitiv | Der Betroffene sollte unnötige EMF-Exposition vermeiden

  • Für Personen, die nur mäßig elektroempfindlich sind, besteht die Lösung darin, unnötige EMF-Exposition zu vermeiden. Es handelt sich um Personen, die noch ein recht gewöhnliches Leben und Arbeit haben und in den meisten Fällen auch die elektronischen Medien nutzen.

2) Mäßig bis hoch elektrosensitiv | Unter großen Vorkehrungen einsetzbar

  • Es sind viele Anpassungen und Maßnahmen erforderlich, damit ein Arbeitstag funktioniert- von denen die Mehrheit weiterhin elektronische Medien nutzen kann, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Zbsp. sind Handys noch in Ordnung, jedoch wird WLAN, DECT etc nicht mehr toleriert.

3) Die extrem elektrosensiblen | Dauerhafte berufliche und soziale Behinderung

  • Es gibt sehr Kranke, Arbeitsunfähige und Hilflose bei der täglichen Arbeit- wie auch bereits Obdachlose (da keine künstliche EMF Strahlung mehr toleriert wird). Diese sind völlig unfähig, in der Nähe von elektrischen Gegenständen zu bleiben (Funkmasten/ Handys) und natürlich nicht in der Lage, elektronische Medien zu verwenden. Viele sind zusätzlich noch empfindlich auf Niederfrequenz (“Hausstrom“) oder zusätzlich von MCS betroffen.

EHS ist eine chronische Erkrankung die sich verschlimmern kann, wenn keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden

Beachten Sie auch, dass EHS eine chronische Erkrankung ist, die sich im Laufe der Zeit leicht irreversibel verschlimmern kann, wenn nicht die richtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Einige Arbeitssuchende mit EHS in Kategorie 1 (Leichte EHS) können ihre Arbeit oder Ausbildung relativ leicht wieder aufnehmen, wenn die richtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Es ist möglich, einen bestimmten Arbeitsplatz zu überprüfen, dies erfordert jedoch professionelle Vermessung und Anleitung. Gleichzeitig muss man mit den Kosten für die Durchführung der Abschirmung selbst rechnen.

Noch nicht als Behinderung anerkannt

Da EHS noch nicht als Behinderung mit den damit verbundenen Rechten anerkannt wurde, sind Bürger mit EHS bislang davon abhängig, ob entweder die Gemeinde oder der Arbeitsplatz/ die Bildungseinrichtung die erforderliche Abschirmung gewährt, damit Arbeitsplätze oder Bildung zu einer echten Chance werden.

Daher ist es in einem Untersuchungsprozess wichtig, realistisch über die Einschränkungen zu sein, die der Bürger und die Gesetzgebung derzeit haben, um zu klären, ob dies mit dem Wunsch nach Arbeit/ Bildung vereinbar ist.

Tipps für Arbeitssuchende Betroffene

Praktikum

Um heraus zu finden, ob bestimmte Arbeitsplätze in Frage kommen, wäre zum Beispiel ein Praktikum (1 Tag reicht) möglich. Hier kann der Betroffene erkennen, ob die Arbeit für ihn unter den Umständen in Frage kommt.

Home- Office

Von Zuhause aus arbeiten

Universität- digitale Bildung

Einige Universitäten bieten auch digitale Bildung an (Zuhause über Kabelinternet nutzbar)

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