Bürger mit EHS im Jobcenter

Bürger mit EHS im Jobcenter

Als Mitarbeiter eines Jobcenters können Sie arbeitssuchende Menschen mit EHS treffen

Die Unterstützung von Arbeitssuchenden, die von Elektrosensibilität betroffen sind, kann eine große Herausforderung sein, da sie häufig komplexe Probleme und umweltbedingte Hindernisse haben, die ihre Ausbildung und ihre Beschäftigungsmöglichkeiten belasten. Die meisten Bürger mit EHS benötigen besondere Rücksichtnahme, um auf dem Arbeitsmarkt zu sein.

Ein besseres Verständnis der Schwierigkeiten, eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit mit Bürgern mit EHS bieten bessere Möglichkeiten für erfolgreiches Handeln.

Mögliche Hindernisse

  • Aktive Wohnungssuche/ “Flucht“- da ihr momentaner Wohnort belastet ist, was eine feste Arbeitsstelle unmöglich macht- da noch nicht bekannt ist, an welchem Ort ein Zuflucht gefunden wird und eine Festanstellung (zzgl. Anfahrt/ Rückfahrt) die Zeit der Suche stark einschränkt. Gesunde Wohnraumumgebung= Fähigkeit zur Arbeitsannahme. Daher wäre ein Gedanke, das man die Betroffenen bei der Wohnungssuche unterstützt und anschließend Alternativen aufzeigt, wie EMF-arme Arbeit aussehen kann (Homeoffice, Praktikum zum Test, Arbeit im Freien auf dem Land etc.)
  • Lange Zeit der Belastung erfordert eine längere Zeit der Genesung, Ruhe- nicht den Druck einer neuen Arbeitsstelle, die eine neue Belastungsgefahr darstellen könnte (körperlich oder seelisch)
  • Arbeitsstellen zu finden, in welcher nicht die EMF Geräte im Einsatz sind, auf welcher die betroffene Person reagiert.

Beachten Sie, dass es unterschiedliche EHS-Grade gibt

3 Kategorien von EHS

Nicht alle EHS-Patienten sind in gleichem Maße elektroempfindlich. Es variiert von Person zu Person. Einige wenige Betroffene können weiterhin ein Mobiltelefon nutzen (ohne Internet bzw. Flugmodus bei Nichtgebrauch). Sie können elektrosensitive Personen grob in drei Kategorien einteilen.

  • Mäßig elektrosensitiv | Der Betroffene sollte unnötige EMF-Exposition vermeiden

Für Personen, die nur mäßig elektroempfindlich sind, besteht die Lösung darin, unnötige EMF-Exposition zu vermeiden. Es handelt sich um Personen, die noch ein recht gewöhnliches Leben und Arbeit haben und in den meisten Fällen auch die elektronischen Medien nutzen.

  • Mittelschwere Empfindlichkeit | Unter großen Vorkehrungen einsetzbar

Es sind viele Anpassungen und Maßnahmen erforderlich, damit ein Arbeitstag funktioniert- von denen die Mehrheit weiterhin elektronische Medien nutzen kann, jedoch in stark eingeschränktem Umfang. Zbsp. sind Handys noch in Ordnung, jedoch wird WLAN, DECT etc nicht mehr toleriert.

  • Extrem elektrosensibel | Dauerhafte berufliche und soziale Behinderung

Das Elektrosensitivitätssyndrom kann hier zu einer dauerhaften Behinderung führen. Betroffene sind völlig unfähig, in der Nähe von elektrischen Gegenständen zu bleiben (Funkmasten/ Handys) und natürlich nicht in der Lage, elektronische Medien zu verwenden. Viele sind zusätzlich noch empfindlich auf Niederfrequenz (“Hausstrom“) oder zusätzlich von MCS betroffen.

EHS ist eine chronische Erkrankung die sich verschlimmern kann, wenn keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden

Beachten Sie auch, dass EHS eine chronische Erkrankung ist, die sich im Laufe der Zeit leicht irreversibel verschlimmern kann, wenn nicht die richtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Einige Arbeitssuchende mit EHS in Kategorie 1 (Leichte EHS) können ihre Arbeit oder Ausbildung relativ leicht wieder aufnehmen, wenn die richtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Es ist möglich, einen bestimmten Arbeitsplatz zu überprüfen, dies erfordert jedoch professionelle Vermessung und Anleitung. Gleichzeitig muss man mit den Kosten für die Durchführung der Abschirmung selbst rechnen.

Noch nicht als Behinderung anerkannt

Da EHS, anders als in Schweden, noch nicht als Behinderung mit den damit verbundenen Rechten anerkannt ist, sind Bürger mit EHS bislang davon abhängig, ob entweder die Gemeinde oder der Arbeitsplatz/ die Bildungseinrichtung die erforderliche Abschirmung gewährt, damit Arbeitsplätze oder Bildung zu einer echten Chance werden.

Daher ist es in einem Untersuchungsprozess wichtig, realistisch über die Einschränkungen zu sein, die der Bürger und die Gesetzgebung derzeit haben, um zu klären, ob dies mit dem Wunsch nach Arbeit/ Bildung vereinbar ist.

Tipps für Arbeitssuchende Betroffene

Praktikum

Um heraus zu finden, ob bestimmte Arbeitsplätze in Frage kommen, wäre zum Beispiel ein Praktikum möglich. Hier kann der Betroffene erkennen, ob die Arbeit für ihn unter den Umständen in Frage kommt.

Home-Office

Bietet die Möglichkeit als Angestellter oder Freiberufler/ Selbstständig von Zuhause aus zu arbeiten.

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Einige Universitäten bieten auch digitale Bildung an (Zuhause über Kabelinternet nutzbar)

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Es ist immer wieder das gleiche Spiel: Eine Firma meint, sie muss mit der Zeit gehen, also man macht Büros und Werkstätten „smart“. Alles wird mit WLAN versehen, es gibt nur noch mobile Telefone – Kabel sind ja „out“. Und ziemlich bald darauf steigen Unkonzentriertheit, Unpässlichkeiten, Stressreaktionen & Fehlerquoten bei den Mitarbeitern.

all-in.de
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