Anerkennung – internationaler Stand

Anerkennung – internationaler Stand

Elektrosensibilität: Fortschritte in der Anerkennung

Das EMR-Syndrom (Elektromagnetisches Strahlungssyndrom) ist eine Erkrankung, die mit der Exposition gegenüber künstlicher elektromagnetischer Strahlung (EMR) in Verbindung gebracht wird. Zu den Quellen künstlicher EMR gehören Mobilfunkmasten, Gebäudeantennen, Mobiltelefone, Tablets, Computer, Smart Meter (zur Erfassung des Strom-, Gas- und Wasserverbrauchs), WLAN, Bluetooth, LED- und Smart-Beleuchtung, intelligente Haushaltsgeräte, drahtlose Babyphone, Wearables und implantierte medizinische Geräte.

Die Erkrankung betrifft Menschen jeden Alters und wird in den USA von mehreren offiziellen Stellen als Behinderung anerkannt – darunter:

  • das US Access Board,
  • der National Council on Disability,
  • das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung,
  • das Verteidigungsministerium,
  • die Sozialversicherungsbehörde,
  • das Job Accommodations Network (JAN), gefördert vom Büro für Beschäftigungspolitik für Menschen mit Behinderungen des US-Arbeitsministeriums,
  • das Nationale Institut für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz,
  • sowie die Centers for Disease Control.

(Quelle: emrsyndrome.org)

Frankreich: Gesetzesvorschlag zur Anerkennung von Elektrohypersensibilität

Titel des Vorschlags: „Elektrohypersensibilität als invalidisierende Krankheit anerkennen“
Nr. 211 – Eingereicht am 17. September 2024
Status: Zurückverwiesen an den Ausschuss für soziale Angelegenheiten

Verfasserin: Frau Sylvie Bonnet (Parlamentarische Mitarbeiterin, Mitglied der Partei Les Républicains)
Weitere Abgeordnete: Thibault Bazin, François-Xavier Ceccoli, Nicolas Forissier, Alexandre Portier, Jean-Pierre Taite, Jean-Pierre Vigier


Aktuelle Rechtslage in Frankreich

Frankreich besitzt kein spezielles Gesetz zur Elektrohypersensibilität (EHS). Dennoch enthält Gesetz Nr. 2015-136 (vom 9. Februar 2015) Regelungen zur besseren Information über elektromagnetische Wellen und zur Reduzierung unnötiger Expositionen.

Das Gesetz erkennt EHS nicht als invalidisierende Krankheit an, ermöglicht aber folgende Maßnahmen:

  • Mit Gemeinden abgestimmte Pläne für den Mobilfunknetzausbau
  • Verpflichtung der Mobilfunkbetreiber zur Bereitstellung von Informationen über die Strahlung ihrer Antennen
  • Einrichtung eines Forschungsfonds zu den gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Wellen

Position der Regierung (2020)

In einer ministeriellen Antwort, veröffentlicht am 17. Dezember 2020 im Amtsblatt des Senats, hielt die Regierung fest:

Die gesetzliche Definition von Behinderung (Gesetz Nr. 2005-102) ermöglicht es, die Folgen eines Gesundheitszustands für die üblichen Aktivitäten und die gesellschaftliche Teilhabe zu berücksichtigen – unabhängig von der diagnostischen Bezeichnung.

In der Praxis gelingt es Betroffenen jedoch nur schwer, ihre Behinderung anerkennen zu lassen.


Ziel des neuen Gesetzesvorschlags (Nr. 211)

Der Vorschlag möchte Elektrohypersensibilität ausdrücklich als invalidisierende Krankheit anerkennen – durch eine Ergänzung in Artikel L. 114 des französischen Sozial- und Familiengesetzbuchs (geschaffen durch Gesetz Nr. 2005-102 vom 11. Februar 2005 zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen).

Begründung der Abgeordneten:

„Die Anerkennung der Elektrohypersensibilität als behindernde Krankheit würde die Forschung über ihre Ursachen und möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit anregen.“

Darüber hinaus könnten konkrete Schutzmaßnahmen eingeführt werden, beispielsweise weiße Zonen – strahlungsfreie Gebiete für elektrohypersensible Menschen.

Quelle:

  • assemblee-nationale.fr | Gesetzesvorschlag Nr. 211, mit dem Ziel, Elektrohypersensibilität als invalidisierende Krankheit anzuerkennen

USA: Neuer Gesundheitsminister – ein Verfechter der Elektrosensibilität

Robert F. Kennedy Jr. als designierter Gesundheitsminister

Nach den US-Präsidentschaftswahlen im Januar 2025 wechselt die Verwaltung im Weißen Haus. Der designierte Präsident Donald Trump hat Robert F. Kennedy Jr. als neuen Minister für Gesundheit und menschliche Dienstleistungen nominiert.

Der 70-jährige Kennedy gilt innerhalb des berühmten Kennedy-Clans als „schwarzes Schaf“ – vor allem wegen seiner stark abweichenden Meinung zum US-Gesundheitssystem.

Engagement für Elektrosensible

Kennedy machte sich in der Gesundheitsdebatte wiederholt Sorgen um die Risiken von Mobiltelefonen, drahtlosem Internet und Mobilfunkmasten in dicht besiedelten Gebieten. Er setzt sich aktiv für die Belange elektrosensibler Menschen ein und arbeitete eng mit der US-amerikanischen EHS-Organisation „We Are The Evidence“ zusammen.

2021 gehörte Kennedy zu einer Gruppe von Klägern, die vor einem höheren Gericht gegen die Federal Communications Commission (FCC) erfolgreich klagte. Das Gericht stellte fest, dass die FCC keine gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien zur drahtlosen Strahlung erlassen hatte. Das Urteil hat die FCC bis heute nicht zu Änderungen bewegt.

facebook.com (Beitrag vom 15. November 2024)  | facebook.com (Foto)

Robert F. Kennedy Jr. (Children’s Health Defense) über WLAN

In diesem Video äußert sich Robert F. Kennedy Jr. – Leiter der Organisation Children’s Health Defense – zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von WLAN. Er gehört zu den bekannten Kritikern drahtloser Technologien und setzt sich wiederholt für Vorsorgemaßnahmen sowie die Anerkennung elektrosensibler Erkrankungen ein. 

Eine Antwort

  1. Richard sagt:

    In den USA gibt es seit 10 Jahren eine große Lobby gegen Smartmeter.Siehe Artikel….
    gruß Richard
    https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/anti-smart-meter-bewegung-widerstand-gegen-intelligente-stromzaehler-a-984085.html

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