EHS & Geburt

EHS & Geburt

Elektrosensible Schwangere

Elektrosensibilität im Geburtskontext

Die Geburtsumgebung kann für elektrosensible Schwangere eine besondere Herausforderung sein. Kliniken nutzen oft WLAN-Router, DECT-Telefone und andere Funktechnologien – eine Belastung, die bei EHS bestehende Beschwerden verstärken kann. Eine bewusste Wahl des Geburtsortes (Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt) hilft, die Exposition zu reduzieren und eine ruhige, stressarme Geburt zu ermöglichen.

Viele Krankenhäuser sind für das Thema Elektrosensibilität bislang nicht ausreichend sensibilisiert. Elektromagnetische Felder durch WLAN, DECT-Telefone oder Mobilfunkantennen werden in der Regel nicht als potenzielle Belastung für Patientinnen erfasst, und es fehlen oft standardisierte Abfragen oder Anpassungsmöglichkeiten. Betroffene Schwangere müssen daher in der Regel selbst aktiv werden, um geeignete Geburtsorte zu identifizieren und gegebenenfalls individuelle Absprachen zu treffen.

Funkbelastung auf Geburtsstationen

Auf Geburtsstationen findet sich oft eine hohe Dichte an WLAN-Routern, DECT-Telefonen und weiteren Funkquellen. Bei Besuchen in Kliniken in Hamburg, Pinneberg und Elmshorn fielen zahlreiche Deckenrouter auf – teilweise im Abstand von nur wenigen Metern. Hinzu kommen vielfach Mobilfunkantennen auf den Gebäudedächern.

Für Menschen mit Elektrosensibilität (EHS) kann diese hohe Strahlenbelastung problematisch sein. Besonders werdende Mütter benötigen Ruhe, Erholung und Sicherheit, doch für EHS-Betroffene kann der Aufenthalt in stark belasteten Bereichen wie Kreißsälen eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen.

📅 Dauer eines Klinikaufenthalts (Richtwerte):

  • Spontangeburt: 2–3 Tage
  • Kaiserschnitt: 4–7 Tage (abhängig vom Heilungsverlauf)

Wie finde ich als elektrosensible Schwangere eine geeignete Klinik?

1 | Frühzeitig Kliniken besuchen und vergleichen
Beginnen Sie rechtzeitig damit, verschiedene Kliniken zu besichtigen. Schon ein kurzer Aufenthalt von 15–30 Minuten kann helfen, die Strahlenbelastung einzuschätzen. Es ist möglich, sich in mehreren Kliniken anzumelden, ohne sofort die endgültige Entscheidung treffen zu müssen. Die Anmeldung dient zunächst nur der Datenerfassung, sodass im Bedarfsfall ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist.

2 | Überweisung flexibel handhaben
Lassen Sie sich den Überweisungsschein nicht sofort aushändigen bzw. halten sie diesen noch zurück. Sie können diesen einfach nachreichen. So behalten Sie die Wahlfreiheit für eine strahlenärmere Klinik. Aus der Praxis: Eine passende Klinik kann sogar noch einen Tag vor dem errechneten Geburtstermin gefunden werden – Beharrlichkeit lohnt sich.

3 | Hausgeburt; Geburtshäuser
Hausgeburten und Geburtshäuser bieten häufig eine geringere Strahlenbelastung als Krankenhäuser, da weniger WLAN-Router und drahtlose Geräte im Einsatz sind. Auch können vorher Absprachen und Bitten besser umgesetzt werden. Für elektrosensible Frauen bedeutet dies eine ruhigere Umgebung, in der die Belastung durch elektromagnetische Felder minimiert wird, was den Geburtsverlauf entspannter und schonender gestalten kann.

📸 Beispiel: Deckenrouter im Klinikum Pinneberg (Abstand zum nächsten Router ca. 5 m)

Auch in der Asklepios Klinik Hamburg-Altona und im Albertinen Geburtszentrum Hamburg-Schnelsen wurden vergleichbare Installationen beobachtet. (Hinweis: Messwerte können je nach Station und Zeitpunkt variieren.)

Stimmen dazu:

Carina:
„Kliniken, Altenheime und Achtung . . . Schulen sind Nummer eins! Das ist gewollt und wird bewusst forciert. Ich kann seit Jahren nicht stationär, da ich extrem elektrosensibel bin. Es interessiert keinen! Das kann man nicht mehr als Zufall abtun. Wer entgültig (…) will, informiert sich auch über die Beleuchtung.“

Diana:
„Das ist ein Wahnsinn. Die wollen gar nicht wissen wie schlecht das für die Menschen ist. Diejenigen, die damit keine Probleme haben, können sich gar nicht vorstellen wie manche leiden… ich verstehe das sehr gut!!! Vor ca.vier Jahren habe ich das erste mal gemerkt, daß ich die ärgsten Zustände wie Herzklopfen, Ohrrauschen, Fußkribbeln, Unwohlsein habe, wenn ich in einen Raum mit WLAN bin. In Spitälern, Kindergärten, Schulen, Hotels, Einkaufshäusern, Ärzten, Bädern usw. hat man schon die ständige, schädliche Strahlung… der blanke Horror“

Katarina:
„Krass…. Kliniken sind der letzte Ort, an den ich hin wöllte. Schädlich ist das für alle, zumindest bei längerer Einwirkung. Nur die, die Beschwerden haben und Funk als Ursache zuordnen, trifft es besonders schlimm.“

Kliniken und Praxen in Hamburg

Für elektrosensible Personen mit mittlerer Empfindlichkeit (Reaktion auf nahes WLAN oder DECT) kann das Agaplesion Diakonieklinikum in Hamburg-Eimsbüttel eine Option sein. Betroffen ist der 2. Stock mit Kreißsaal und Wochenbettstation. Bei einer Begehung war dort kaum Strahlung spürbar; es wurden keine sichtbaren Router installiert. Zudem ist der mobile Internetempfang teilweise nicht vorhanden. Laut einer Übersicht befinden sich zwar vier WLAN-Router in der Umgebung, deren Signal gelangt jedoch nicht vollständig in die Station.

Das Thema Elektrosensibilität sollte nach Erfahrung des Autors in dieser Klinik nicht angesprochen werden, da weder Verständnis noch Fachwissen vorhanden sind und falsche Reaktionen möglich sind. Im Erdgeschoss (Anmeldung und Arztgespräche zur Geburt) war die Strahlenbelastung sehr hoch, im 2. Stock dagegen nicht mehr wahrnehmbar.

Tipp: Die Wochenbettstation vor der Geburt unter einem anderen Vorwand besichtigen (z. B. Besichtigung der Räumlichkeiten für eine geplante Geburt).

Perinatalzentrum

Für pränatale Untersuchungen kann das Perinatalzentrum Altona (Hamburg, Paul-Ehrlich-Straße 1, Eingang B) geeignet sein. Diese Abteilung befindet sich in einem separaten Gebäude, fern der stark belasteten Wochenbettstation. Auch hier gilt: Nur für Personen mit Empfindlichkeit gegenüber WLAN/DECT geeignet. Vollständig funkfreie Kliniken gibt es in Hamburg nicht.

Frauenarzt

Als relativ unbelastete Praxis kann die Gynäkologie Othmarschen empfohlen werden. Das Thema Elektrosensibilität sollte auch hier nicht angesprochen werden. Stattdessen: Selbst prüfen, ob der Aufenthalt angenehm ist, insbesondere in Bezug auf Bereiche mit wenig WLAN und DECT.

Video: „Auf ewig krank im Krankenhaus?“ – WLAN in der Geburtsmedizin

Folgendes Video thematisiert die Installation von WLAN-Netzwerken in Krankenhäusern, insbesondere auf Geburts- und Wochenbettstationen sowie in Bereichen mit herzkranken Patientinnen und Patienten. Der Autor berichtet von einer Erkundungstour in einem Krankenhaus, das zwar mit Handy-Verbot-Aufklebern gekennzeichnet ist, aber im gesamten Haus – einschließlich Kreißsaal – WLAN betreibt.

Verwiesen wird auf eine Vielzahl internationaler wissenschaftlicher Dokumente, die gesundheitliche Beeinträchtigungen durch nicht-thermische Mikrowellenstrahlung beschreiben. Genannt werden unter anderem Herzrhythmusstörungen, DNA-Schäden, Krebserkrankungen (insbesondere Gehirntumore und Leukämie), Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit, Schlafstörungen, Tinnitus sowie neurologische und immunologische Auswirkungen. Der Autor betont, dass Kinder und Neugeborene keiner WLAN-Strahlung ausgesetzt werden sollten.

WLAN im Krankenhaus: Bericht eines Betroffenen (2012)

Meine Erkundungstour in einem Krankenhaus bei dem mir schon früher einmal die grossen HANDY-VERBOT-Aufkleber am Eingang auffielen. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass das gleiche Krankenhaus im ganzen Haus WLAN/WiFi installiert hat- sogar beim Wochenbett und Kreissaal! In diesem Krankenhaus werden Kinder zur Welt gebracht und auch Herzpatienten behandelt. Nach bisherigen Erkenntnissen ist WLAN besonders kritisch was die Herzfrequenz angeht. Kinder sollten AUF KEINEN FALL der Mikrowellenstrahlung eines WLAN-Gerätes ausgesetzt werden!

youtube.com

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