Grundlagen der Strahlungsmessung

Wie kann ich Strahlung messen?
Wenn Sie Messungen selbst durchführen möchten, finden Sie in deutschen und internationalen Online-Shops einfache und erschwingliche Messgeräte. Für einen ersten Überblick über die Strahlenbelastung an Ihrem Standort sind keine hochentwickelten oder teuren Geräte erforderlich.
Bevor Sie sich wirksam vor nieder- oder hochfrequenter Strahlung schützen können, ist es wichtig, die möglichen Quellen in Ihrer Umgebung zu erkennen. Dies kann durch eigene Messungen oder durch die Unterstützung eines Fachmanns erfolgen.
Das Thema elektromagnetischer Felder (EMF) ist sehr umfangreich und komplex. In der Praxis stehen vor allem hochfrequente Felder im Fokus, die von WLAN-Routern, DECT-Telefonen und Mobilfunkmasten ausgehen. Neben den hochfrequenten Feldern können in bestimmten Situationen auch niederfrequente Felder aus Stromnetzen und elektrischen Geräten relevant sein.
Erfahrungen zeigen, dass eine Reduzierung dieser Belastungen bei vielen Menschen zu einer deutlichen Verbesserung des Wohlbefindens führen kann (sofern dies tatsächlich die Ursache ihrer Beschwerden war).
Da gesetzliche Grenzwerte häufig sehr hoch angesetzt sind und im Alltag selten überschritten werden, orientieren sich viele Betroffene und Fachleute zusätzlich an baubiologischen Richtlinien. Dabei steht der Mensch und seine unmittelbare Umgebung im Mittelpunkt, nicht ausschließlich technische Normwerte.
Was kann ich mit Messgeräten messen?
Hochfrequenz | Elektromagnetische Verschmutzung und Strahlung im Hochfrequenzbereich, die von Mobiltelefonen (Sendemasten, 5G, 4G, 3G etc.), Smartphones, WIFI-Netzen, Bluetooth von angeschlossenen Geräten (Fernseher, Uhren, Kühlschränke etc.), schnurlosen DECT-Telefonen und allem, was mit drahtloser Technologie funktioniert, ausgestrahlt wird.
Niederfrequenz | Niederfrequente elektromagnetische Wellen und Verschmutzungen, die von 50 Hz-Stromnetzen in Haushalten und Dienstleistungsbetrieben, Hochspannungsleitungen, elektrischen Transformatoren und elektrischen Geräten, die an das Stromnetz angeschlossen sind, ausgehen.
Schmutziger Strom | Hochfrequenzstörungen elektrischer Anlagen, die von einer Vielzahl von Objekten innerhalb und außerhalb Ihrer Wohnung ausgehen (Schaltnetzteile von Ladegeräten, Tablets, PCs, Fernseher etc./ Waschmaschinen, Staubsauger, Induktionskochplatten und Backöfen. PLC-Plugs, um ein Computer- und Internetnetzwerk unter Verwendung des Stromnetzes Ihres Hauses zu erstellen, Wechselrichter für Photovoltaikanlagen und Computersysteme, Dimmer für Lichter, und Motoren (z.B. in einer Waschmaschine). Wärmepumpen für Warmwasserbereiter, Klimaanlagen o. Schwimmbäder).
Körperspannung | Um die elektrische Ladung Ihres Körpers in mV (Millivolt) und die Wirksamkeit von Earthing-Geräten wie Erdungsmatten einfach und schnell zu überprüfen.
Erdungswiderstand | Der Wert des Erdungswiderstands ist nützlich, um folgendes zu überprüfen: die Kontinuität der Metallmassen, das Vorhandensein von Spannung und die Konformität Ihres Stromnetzes, die Position der Phase und die Verbindung des Schutzleiters mit der Erde. (de.rs-online.com– Was ist der Erdungswiderstand?) electromagnetique.com
Kann ich die Messungen selbst durchführen oder einen Fachmann beauftragen?
Für Einsteiger, Privatpersonen sowie Fachanwender wie Immobiliendiagnostiker, Ergonomieberater, Elektrohandwerker, Geobiologen oder Umweltberater steht eine breite Auswahl an Messgeräten zur Verfügung. Diese reicht von einfachen Geräten mit LED-Anzeige bis hin zu professionellen, hochpräzisen Messsystemen. Damit lassen sich viele Messungen auch selbstständig durchführen.
Wer unsicher ist oder komplexere Situationen beurteilen möchte, kann sich an qualifizierte Fachpersonen wenden. Dies ist besonders empfehlenswert bei Themen wie Erdung oder bei der Planung und Bewertung von Abschirmmaßnahmen, die sich später nur schwer wieder verändern lassen.
Alternativ besteht auch die Möglichkeit, Messgeräte für einen begrenzten Zeitraum zu mieten.
Maßeinheiten
Hochfrequenz
Die Belastung durch hochfrequenten Elektrosmog wird meist in Volt pro Meter (V/m) oder in Leistungsflussdichte (W/m²) angegeben.
W/m² (Watt pro Quadratmeter)
Diese Einheit beschreibt die Energiemenge, die von elektromagnetischen Wellen (z. B. Mobilfunkstrahlung) pro Fläche übertragen wird. Häufig werden auch kleinere Einheiten verwendet, wie Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/m²) oder Millwatt pro Quadratmeter (mW/m²). Umrechnung:
- 1 W/m² = 1.000.000 µW/m²
- 1 mW/m² = 0,001 W/m²
V/m (Volt pro Meter)
Diese Einheit gibt die elektrische Feldstärke einer elektromagnetischen Welle an. Sie beschreibt, wie stark das elektrische Feld in einem bestimmten Raum wirkt und kann biologische Prozesse beeinflussen.
Magnetische Felder
Magnetische Feldstärken werden in Tesla (T) gemessen. Da diese Einheit sehr groß ist, werden in der Praxis meist Mikrotesla (µT) oder Nanotesla (nT) verwendet. folkets-stralevern.no | vagbrytaren.se
- 1 µT = 10⁻⁶ T
- 1 nT = 10⁻⁹ T
Kann man Mikro-Watt (µW) in GHz umrechnen?
Nein. Watt (Leistung) und Gigahertz (Frequenz) sind völlig unterschiedliche physikalische Größen.
- Watt beschreibt die Stärke bzw. Energie einer Strahlung
- Gigahertz beschreibt die Schwingungszahl (Frequenz)
Ein Vergleich: Bei Wasserwellen entspricht die Leistung der Wellenhöhe und Energie, während die Frequenz dem Abstand zwischen den Wellen entspricht. (facebook.com, 09.04.2020)
Wichtige Unterscheidung
- Leistungsflussdichte (Wärmemaß): z. B. µW/m² (Belastungsstärke)
- Frequenz: z. B. 2,4 GHz (WLAN-Frequenz)
Umrechner für Einheiten
- translatorscafe.com | Leistungsumrechnung (z. B. µW ↔ W)
- unitjuggler.com | Frequenzumrechnung (z. B. GHz ↔ kHz)
- elektrosmog-messen.de | Übersicht zu EMF-Messgrößen
Persönliche Erfahrung
Aus meiner Erfahrung reagieren viele Menschen mit EHS besonders empfindlich auf gepulste hochfrequente Signale.
Viele gängige Messgeräte zeigen jedoch hauptsächlich die reine Stärke der Belastung an. Die Erfassung von Pulsungen ist dabei oft nur eingeschränkt möglich oder wird nur sehr träge über langsame Anzeigen bzw. LED-Reaktionen dargestellt.
Dabei ist die reine Belastungsstärke nicht immer ausschlaggebend für die Wahrnehmung. Häufig spielt die Art der Signalstruktur, insbesondere die Pulsung, eine entscheidende Rolle. So kann eine geringere Gesamtbelastung mit starker Pulsung als deutlich störender empfunden werden als eine höhere, aber gleichmäßigere Belastung.
Ich selbst habe gute Erfahrungen mit einem älteren Gerät gemacht, dem Detekt-us. Dieses reagiert sehr empfindlich auf Pulsungen und zeigt schnelle Ausschläge sowie deutliche Spitzen, wodurch Veränderungen im Raum direkt erkennbar werden.
So lässt sich gut beurteilen, ob eine Umgebung eher „ruhig“ ist oder ob starke Pulsungen vorhanden sind, etwa durch WLAN oder DECT in der Nähe. Dies ist insbesondere bei Wohnraumsuche sehr hilfreich, wo man in Kürze die Belastung erkennen muss.
Leider wird dieses Gerät inzwischen nicht mehr hergestellt.
Messgeräte mit farbigen LEDs
Diese elektromagnetischen Wellendetektoren sind kleine, tragbare Geräte, die problemlos in eine Tasche passen und die sie überall hin mitnehmen können. Sie ermöglichen eine schnelle Beurteilung der Elektrosmogbelastung in der Umwelt. Die Überschreitung der biokompatiblen Normen wird durch farbige LEDs und Töne angezeigt. Es handelt sich um kein ausgeklügeltes und kompliziertes Messinstrument- sondern um ein Analysegerät für die breite Öffentlichkeit und für Gesundheitsfachleute.
Es handelt sich also um ein Instrument, das den Intensitätsgrad von elektromagnetischen Wellen misst. Über farbige LEDs (grün, gelb oder rot) zeigt er den Grad der Wellenbelastung an, z.B. :
- Grün: niedriger Pegel, kein Risiko
- Gelb: mittleres Niveau, Risiko vorhanden
- Rot: hoher Wert, starke Wellenbelastung, Gefahr
Um herauszufinden, welchem Bereich digitaler Werte eine farbige LED entspricht, müssen Sie in der Bedienungsanleitung des Detektors nachschlagen. diagnostic-cem.shop

Grobe Einschätzung
< 1μW/m² | Ideal (Ein gesunder Mensch verträgt 1μW/m² rund um die Uhr ohne Beschwerden
1-10μW/m² | Leichte Bedenken
10-1.000μW/m² | Ernsthafte Sorge
> 1.000μW/m² | Sehr besorgniserregend
Beispiel

Ideale Werte | Vor dem Aufstellen eines Mobilfunkmastes gab es extrem niedrige, biologisch unbedenkliche Werte für Hochfrequenzstrahlung. facebook.com (01.08.2024)
Bewohner von Pittsfield (USA) kämpfen aktuell gegen einen Mobilfunkmast in ihrer Nachbarschaft.
Hinweise zum Messen
Hotspots | Bei Messungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern sind “Hot Spots“ (Bereiche mit viel höheren Werten als in der Umgebung) eher häufig und werden im Allgemeinen durch die Tatsache verursacht, das diese Felder von Metallgegenständen oder Baumaterialien reflektiert, gebrochen oder erneut bestrahlt werden. Darüber hinaus können Felder aus mehreren Quellen in einigen Bereichen “addiert“ und in anderen “gelöscht“ werden. Daher muss sowohl bei Innen– als auch bei Außenmessungen das elektrische Feld an verschiedenen Punkten und nicht zu weit von eineander entfernt gemessen werden. inquinamento-italia.com
Erkennen Sie Hochfrequenzsender durch Modulation | Jede Hochfrequenz-Strahlungsquelle hat ihre eigene Methode, Daten hin und her zu übertragen. Damit sich alle Arten von Quellen und Frequenzen nicht gegenseitig stören, wird die Trägerwelle moduliert: Die Trägerwelle wird mit einer bestimmten (niederfrequenten= langsamen) Frequenz ein- und ausgeschaltet. Ein Beispiel: Ein DECT-Telefon moduliert mit 100 Hz. Also 100 Mal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet. Diese Frequenz kann deutlich hörbar gemacht werden.
- vitalitools.nl | Töne der HF-Signale (z. B. WLAN)
Der Einsatz von Messgeräten
Hier erfahren Sie, wie Messgeräte richtig angewendet werden und worauf in der Praxis zu achten ist.
Esmog-Spion Teil I (Ulrich Weiner; † 12.11.2025)
Esmog-Spion Teil II (Ulrich Weiner; † 12.11.2025)
Tipps
1 | Smartphone als WLAN-Anzeige
Ein Smartphone kann im Flugmodus bei aktivierter WLAN-Suche zur Anzeige von WLAN-Routern in der unmittelbaren Umgebung genutzt werden. Dabei werden alle verfügbaren Netzwerke sowie deren ungefähre Signalstärke dargestellt.
Diese Funktion kann hilfreich sein, um einen schnellen Überblick über vorhandene WLAN-Quellen zu erhalten. Auch einfache Überprüfungen sind möglich, zum Beispiel ob ein Router tatsächlich nach Absprache ausgeschaltet wurde. Im Gegensatz zu klassischen Messgeräten steht hier die Erkennung vorhandener Netzwerke im Vordergrund, nicht die physikalische Feldmessung.
Die WLAN-Erkennung funktioniert in der Regel auch ohne SIM-Karte. Das Gerät sollte außerhalb der Nutzung im Flugmodus betrieben werden.
Besonders nützlich bei der Wohnungssuche
Bei einer Wohnungsbesichtigung kann das Smartphone einen schnellen Überblick über die vorhandenen WLAN-Netze in der Umgebung geben. Dadurch lässt sich erkennen, wie viele Netzwerke in der Nähe aktiv sind und wie stark diese empfangen werden.
Das Gerät kann dabei diskret verwendet werden, beispielsweise indem es in einem gefalteten Blatt Papier aufbewahrt wird.
Ergänzend kann ein kleines, lautloses EMF-Messgerät genutzt werden, um zusätzliche Orientierungswerte zu erfassen. Dieses sollte ebenfalls möglichst unauffällig eingesetzt werden. Vor der Messung sollte die WLAN-Funktion am Smartphone deaktiviert werden, um mögliche Beeinflussungen der Ergebnisse zu vermeiden.
Vor der Messung sollte die WLAN-Funktion am Smartphone deaktiviert werden, um mögliche Beeinflussungen der Ergebnisse zu vermeiden.
Hinweis zur Messpraxis
Für möglichst unverfälschte Messergebnisse sollte das eigene Smartphone während der Messung vollständig deaktiviert oder im Flugmodus ohne aktive Funkverbindungen betrieben werden.
Auch andere aktive Geräte in der Umgebung – etwa Smartphones von Begleitpersonen oder des Maklers – können die Messergebnisse beeinflussen. Daher ist es sinnvoll, bei Bedarf etwas Abstand zu halten oder den Raum kurz allein zu betreten, um stabile Messbedingungen zu schaffen. Alternativ kann freundlich darum gebeten werden, den Raum für einige Minuten ungestört nutzen zu dürfen, um ein besseres räumliches Empfinden zu erhalten. Anderweitig könnte ein Begleiter den Makler ablenken, während Sie ungestört die Messungen vornehmen.
Artikel
- elektrosmog-messen.de | Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche



