Jugend, Smartphones, Pornos: Die Risiken

Jugend, Smartphones, Pornos: Die Risiken
Smartphones begleiten Kinder und Jugendliche ständig und bieten unzählige Möglichkeiten zur Unterhaltung, Kommunikation und Information. Doch sie eröffnen auch einen leichten Zugang zu Pornografie, die sich negativ auf die Wahrnehmung von Sexualität, Beziehungen und persönliche Grenzen auswirken kann. Viele Jugendliche sind sich dieser Risiken nicht bewusst, während Eltern und Erziehende oft unsicher sind, wie sie sinnvoll eingreifen können. Ein bewusster, reflektierter Umgang mit digitalen Medien, begleitet von Aufklärung und offenen Gesprächen, ist deshalb entscheidend. Nur so lassen sich Kinder und Jugendliche schützen und gleichzeitig ihre gesunde körperliche, emotionale und soziale Entwicklung fördern.
Früher war der größte Meilenstein für Teenager der Führerschein, der ihnen eine neue Welt voller Freiheit und Gefahren eröffnete. Für viele ist es jetzt die Anschaffung ihres ersten Smartphones.
Anders als beim Auto -das mit Fahrstunden, einem Lernführerschein und einer großen Prüfung zur Sicherstellung der Verkehrstauglichkeit einhergeht- kaufen viele Eltern zuerst das Telefon und versuchen dann, ihren Kindern den Umgang damit beizubringen. Das ist ein riskanter Ansatz, sagen Experten. So einfach es auch ist, dem Kind mehr Freiheiten zu geben, so brutal kann es sein, sie wieder zurückzuerobern, wenn es sie missbraucht oder Anzeichen von Überbeanspruchung zeigt.
Dipl.-Psych. Tabea Freitag | Das Smartphone bringt Kindern harte Pornos
„Wo Sex zum Konsumgut wird, wird die Würde des Menschen angegriffen“, betonte Tabea Freitag in ihrem Vortrag „Pornografiekonsum und eine Kultur des Missbrauchs“ auf dem DemoFürAlle-Symposium „Kinder im Visier von Porno, Trans & Co.“ am 09.11.2024 in Stuttgart. Die Psychologin und Psychotherapeutin erläuterte, wie Familien angesichts der zunehmenden „Pornowellen“ eine Gegenkultur schaffen können – einen „Umweltschutz für die Seele“. Auf diese Weise können Kinder und Jugendliche Beziehungsfähigkeit, Empathie und die Fähigkeit entwickeln, wirklich zu lieben.
7 Tipps

Es gibt einige praxisnahe Möglichkeiten, wie Familien Kinder und Jugendliche vor den negativen Einflüssen von Pornografie schützen und gleichzeitig eine gesunde Mediennutzung fördern können. Beginnen Sie mit Einsteiger-Apps: Beim ersten eigenen Gerät eines Kindes sollte die Anzahl der installierten Apps bewusst begrenzt werden, besonders bei Kindern unter 13 Jahren. Wer neu im Internet ist, sollte nicht sofort uneingeschränkten Zugang zu allen sozialen Medien erhalten, um Überforderung und problematische Inhalte zu vermeiden. So können Kinder langsam lernen, sicher und verantwortungsbewusst mit digitalen Medien umzugehen.
Eine gute Grundausstattung könnte aus Standard-Apps für SMS und Anrufe, E-Mail und einem Kalender bestehen. Lassen Sie sie ein paar Spiele, Schul- oder Bildungs-Apps, eine Nachrichtenoption und möglicherweise eine Social-Media-App hinzufügen. Beginnen Sie mit den Grundlagen und lassen Sie weitere Optionen zu, wenn Ihr Kind sich mit dem Internet vertraut gemacht hat.Wenn ein Kind unter 13 Jahren ist, gibt es viele Apps und Dienste, die es rechtlich nicht nutzen darf. washingtonpost.com
Die sieben Kernpunkte
1 | Offene Gespräche führen: Sprechen Sie altersgerecht über Sexualität, Beziehungen und Medieninhalte, bevor Jugendliche eigene Erfahrungen machen. Ehrlichkeit schafft Vertrauen.
2 | Medienkompetenz stärken: Erklären Sie, wie Inhalte im Internet konstruiert sind und nicht der Realität entsprechen. So lernen Jugendliche, kritisch mit Bildern und Videos umzugehen.
3 | Bildschirmzeiten begrenzen: Klare Regeln für Smartphone- und Internetnutzung reduzieren unkontrollierten Zugang zu problematischen Inhalten.
4 | Alternative Aktivitäten fördern: Sport, Hobbys, kreative Projekte oder gemeinsame Familienzeiten bieten erfüllende Alternativen zum digitalen Konsum.
5 | Vorbild sein: Eigener bewusster Umgang mit Medien prägt das Verhalten der Kinder.
6 | Technische Hilfsmittel nutzen: Filter, Jugendschutzprogramme oder Kindersicherungen können den Zugriff auf pornografische Inhalte einschränken, ersetzen aber keine Aufklärung.
7 | Emotionale Bindung stärken: Kinder, die sich sicher und verstanden fühlen, suchen seltener in fragwürdigen Medien nach Orientierung oder Nähe.



