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Forschung zu EMF und Gesundheit: thermische und nicht-thermische Effekte

Die Forschung zu elektromagnetischen Feldern (EMF) wird meist in zwei zentrale Wirkungsarten unterteilt: thermische und nicht-thermische Effekte.

Die thermischen Effekte sind weitgehend anerkannt. Sie entstehen durch die Erwärmung von Gewebe im Körper. Diese Wirkung gilt als wissenschaftlich gut belegt und potenziell schädlich.

Die nicht-thermischen Effekte werden wissenschaftlich zunehmend untersucht. Dabei geht es um mögliche biologische Wirkungen schwacher elektromagnetischer Felder, die keine messbare Erwärmung verursachen. Diese Forschung untersucht, ob EMF das körpereigene elektrophysiologische System beeinflussen können.

In vielen Ländern wird jedoch die nichtthermische Forschung, die untersucht, wie elektromagnetische Felder, denen der Körper ausgesetzt ist, das körpereigene elektrophysikalische System beeinflussen, von den Behörden ignoriert.

Bei der Auswertung wissenschaftlicher Studien werden meist drei Kategorien betrachtet: Studien mit nachgewiesenen Effekten, Studien ohne erkennbare Effekte sowie Replikationsstudien zur Überprüfung bereits positiver Ergebnisse.

Problematisch ist die Gewichtung dieser Ergebnisse. Studien ohne nachweisbare Effekte werden teilweise als Gegenargument zu Studien mit positiven Befunden herangezogen. Dadurch entsteht der Eindruck eines wissenschaftlichen Gleichgewichts, auch wenn die Datenlage unterschiedlich interpretiert wird. Mit einer solchen Mehrheitsmeinung ist es ein Leichtes, eine Studie nach der anderen zu erstellen, die nichts zeigt- und genau das wird auch getan.

Einige Organisationen, wie etwa Folkets Strålevern in Norwegen, fordern eine stärkere Berücksichtigung der Forschung zu nicht-thermischen Effekten. Ziel ist eine breitere öffentliche Diskussion über mögliche gesundheitliche Risiken elektromagnetischer Felder. folkets-stralevern.no

Veraltete Grenzwerte und Vorschriften

Es liegen zahlreiche begutachtete und international veröffentlichte Forschungsergebnisse vor, die mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen elektromagnetischer Strahlung beschreiben, wie sie bei Mobilfunk, WLAN und drahtloser Kommunikation eingesetzt wird.

Trotz dieser Datenlage werden die Erkenntnisse nur teilweise in geltende Gesetze und Grenzwerte übernommen. Aus Sicht vieler Fachleute besteht hier eine deutliche Lücke zwischen Forschung und Regulierung. Kritisiert wird, dass aktuelle Informations- und Schutzkonzepte nicht ausreichend auf dem neuesten Stand sind.

Die bestehenden Grenzwerte basieren überwiegend auf älteren Annahmen zu den Wirkmechanismen nichtionisierender Strahlung. Dabei steht vor allem der thermische Effekt im Mittelpunkt.

Neuere Forschung deutet jedoch darauf hin, dass biologische Wirkungen auch unterhalb dieser Grenzwerte auftreten können. Daher wird diskutiert, ob die aktuellen Regelungen Menschen, Tiere und biologische Systeme ausreichend schützen.

Studienlage zu genetischen Effekten elektromagnetischer Felder

Die Forschung zu möglichen genetischen Auswirkungen elektromagnetischer Felder zeigt in mehreren Auswertungen eine deutliche Tendenz.

Im BioInitiative Report (Ergänzung von Dr. Lai, 2014) wurden Studien aus den Jahren 2007 bis 2014 analysiert. Dabei zeigte sich bei hochfrequenter Strahlung, dass in etwa 65 % der untersuchten Studien Hinweise auf genetische Schäden nach Exposition gefunden wurden. Rund 35 % der Studien berichteten keine entsprechenden Effekte.

Für niederfrequente Felder fiel der Anteil positiver Befunde höher aus. Hier zeigten etwa 83 % der Studien genetische Veränderungen, während 17 % keine solchen Effekte feststellten.

Die Auswertung deutet insgesamt darauf hin, dass in einem großen Teil der untersuchten Arbeiten biologische und genetische Effekte nach Exposition beschrieben werden. folkets-stralevern.no

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