Elektrosensibel- was nun?

Elektrosensibel- was nun?

Elektrosensibel- was nun?

Elektrosensibilität – eine besondere gesundheitliche Situation

In einigen Ländern wird Elektrosensibilität bereits als Erkrankung anerkannt und entsprechend gesundheitspolitisch berücksichtigt. Sie beschreibt eine besondere Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern, wie sie im modernen Alltag allgegenwärtig sind. Für die Betroffenen bedeutet dies häufig eine tiefgreifende Einschränkung der Lebensqualität, verbunden mit anhaltenden körperlichen Beschwerden und einem hohen Anpassungsdruck im privaten wie beruflichen Umfeld. Elektrosensibilität bewegt sich dabei an der Schnittstelle von Medizin, Umweltfaktoren und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Frage „Elektrosensibel – was nun?“ markiert den Ausgangspunkt für eine sachliche Auseinandersetzung mit Ursachen, Auswirkungen und möglichen Handlungsoptionen im Umgang mit dieser anerkannten, wenn auch kontrovers diskutierten Erkrankung.

Unmittelbare Maßnahmen zur Entlastung

Hochfrequente elektromagnetische Felder (z. B. WLAN, Mobilfunk)

  • WLAN-Router deaktivieren
    Der Router sollte vollständig ausgeschaltet werden, entweder über die Gerätetaste oder die Benutzeroberfläche am Computer. Es ist zu beachten, dass auch starke WLAN- oder DECT-Signale aus der Nachbarschaft eine Belastung darstellen können. Dadurch kann die Situation eintreten, das keine Besserung eintritt- obwohl das eigene WLAN aus ist. Eine Überprüfung ist über ein Smartphone möglich, indem im WLAN-Menü die umliegenden Netzwerke und deren Signalstärke angezeigt werden.
  • DECT-Schnurlostelefone vermeiden
    Schnurlose Haustelefone sollten nach Möglichkeit vollständig vom Strom getrennt werden. Wenn ein Gerät unvermeidbar ist, sollte ausschließlich ein Modell mit „ECO-Modus Plus“ verwendet werden, das nur während eines aktiven Gesprächs sendet. Diese Einstellung muss in der Regel manuell aktiviert werden.
  • Smartphone in den Flugmodus versetzen
    Beim Aktivieren des Flugmodus ist darauf zu achten, dass zusätzlich WLAN und Bluetooth deaktiviert sind, da diese Funktionen sonst weiterhin senden könnten- sie können separat vom Flugzeugmodus aktiviert/deaktiviert werden.
  • Keine mobilen Surf-Sticks verwenden
    Mobile Internet-Sticks für Laptops arbeiten ähnlich wie WLAN-Router, jedoch mit sehr konzentrierter Abstrahlung in unmittelbarer Nähe des Körpers.
  • Verzicht auf Bluetooth-Geräte
    Kopfhörer, Lautsprecher, Tastaturen, Mäuse und andere Peripheriegeräte sollten möglichst kabelgebunden genutzt werden, um zusätzliche Funkquellen zu vermeiden.
  • Funkverbindungen wie Bluetooth und Wlan am Computer deaktivieren
  • Radio nicht dauerhaft betreiben
    Auch eingeschaltete Radios können als Belastung empfunden werden, insbesondere bei geringer Distanz zum Körper.
  • Babyphone vom Strom trennen
    Viele Babyphones arbeiten auf WLAN- oder DECT-Basis. Als Alternativen kommen strahlungsarme Spezialgeräte, kabelgebundene Systeme oder – sofern möglich – das Schlafen des Kindes im selben Raum in Betracht.
  • Smart Meter abschirmen
    Intelligente Stromzähler sind bislang vor allem in den USA und Frankreich verbreitet. Bei vorhandenen Geräten kann eine Abschirmung zur Reduktion der Belastung beitragen.

Niederfrequente elektromagnetische Felder (z. B. Haushaltsstrom)

  • Keine elektrischen Heizdecken verwenden
    Aufgrund der starken niederfrequenten Felder sollten elektrische Heizdecken gemieden werden.
  • Heizung im Wasserbett ausschalten
    Besonders während der Nacht empfiehlt es sich, die Heizung vollständig zu deaktivieren.
  • Leselampen ausstecken
    Lampen sollten nicht nur ausgeschaltet, sondern vollständig vom Strom getrennt werden. Batteriebetriebene Alternativen sind unproblematischer.
  • Abstand zu Radioweckern einhalten
    Radiowecker enthalten Transformatoren und Motoren, die starke elektromagnetische Felder erzeugen und den Schlaf beeinträchtigen können. Batteriebetriebene Wecker sind vorzuziehen.
  • Aktive Stromleitungen reduzieren
    Der Einsatz von Netzfreischaltern oder das Vermeiden von Stromleisten im Schlafbereich kann die Belastung senken.
  • Geräte konsequent vom Strom trennen
    Idealerweise werden elektrische Geräte nur bei Bedarf eingesteckt und ansonsten vollständig aus der Steckdose gezogen.
  • Keine Induktionskochfelder nutzen
    Alternativen wie Gasherde oder klassische Elektroherde mit Heizspiralen gelten als weniger belastend.
  • Metallbetten vermeiden
    Metallrahmen können elektromagnetische Felder verstärken. Betten aus Massivholz werden häufig besser vertragen.

Gewusst? Sobald das Kabel eines Geräts in einer Steckdose steckt, entsteht entlang des Kabels durch die Verbindung ein elektrisches Feld- selbst wenn das Gerät aus ist. Das betrifft auch Verlängerungskabel und Steckdosen. Wird das Gerät nun eingeschalten, erzeugt der Stromfluss durch das Kabel zusätzlich ein Magnetfeld.

Betrachten Sie Elektrosensibilität ähnlich wie eine Allergie

Der sicherste Weg, Beschwerden zu vermeiden, besteht darin, den Kontakt mit den auslösenden Faktoren so weit wie möglich zu reduzieren. Für elektrosensible Menschen bedeutet dies, insbesondere die Exposition gegenüber gepulster Hochfrequenz zu minimieren. Kann eine vollständige Vermeidung nicht umgesetzt werden, sollte die Belastung durch Abschirmung, Wohnungsanpassungen oder gegebenenfalls einen Umzug so weit wie möglich verringert werden. Unterbleiben solche Maßnahmen, besteht die Gefahr einer zunehmenden Sensibilisierung gegenüber weiteren Strahlungsquellen. Aus diesem Grund ziehen sich stark Betroffene häufig in nahezu funkfreie Gebiete wie Wälder, abgelegene Dörfer oder Bergregionen zurück.

Elektrosensible müssen nicht auf Internet und Telefon verzichten:

– Kabelgebundenes Internet (DSL/ LAN)
– Kabelgebundenes Telefonieren

Bewältigungsstrategien

Innere Einstellung und Entspannungsübungen (Stressabbau)

Bewältigungsstrategien spielen für Menschen mit Umweltsensibilitäten oder -unverträglichkeiten eine zentrale Rolle.

Viele Betroffene erleben Einschränkungen, die den Alltag massiv beeinflussen: Die Arbeitsfähigkeit kann verloren gehen, soziale Kontakte außerhalb des eigenen Zuhauses werden schwer möglich, und selbst einfache Routineaufgaben wie Einkäufe können Symptome auslösen. In dieser Situation gewinnt die innere Einstellung an Bedeutung. Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, über den Verlust des gewohnten Lebens zu trauern und sich selbst Verständnis entgegenzubringen.

Isolation gehört oft zu den größten Herausforderungen. Familie und Freunde verstehen möglicherweise nicht, was Betroffene erleben. Dieses fehlende Verständnis kann sich verschärfen, wenn die Erkrankung von außen als „nicht echt“ wahrgenommen wird. In solchen Fällen kann es notwendig sein, den Kontakt zu bestimmten Personen zu reduzieren, um die eigene Energie zu schützen.

Gleichzeitig kann der Aufbau eines unterstützenden Netzwerks wertvolle Kraft geben. Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen, etwa in Selbsthilfegruppen oder online über Telefon, E-Mail oder soziale Plattformen, kann helfen, Verständnis und emotionale Unterstützung zu finden. Auch wenn persönliche Treffen schwierig sind, ermöglicht die Vernetzung den Kontakt zu Gleichgesinnten und kann das Gefühl von Isolation spürbar mindern.

7 Erste Schritte für Elektrosensible

Sieben Tipps zur Reduzierung von Strahlung

1 | Funkarmen Aufenthaltsort aufsuchen

Suchen Sie, soweit möglich, einen Ort mit geringer Funkbelastung auf. Je länger Sie sich an belasteten Orten aufhalten, desto empfindlicher können Sie auf weitere Strahlungsquellen reagieren. Prävention und das sofortige Vermeiden von Exposition haben oberste Priorität. Für schwer Betroffene kann dies bedeuten, dass sie Wohnungen oder Arbeitsplätze aufgeben müssen und vorübergehend in behelfsmäßigen Unterkünften verbleiben oder sogar in Fahrzeugen schlafen. In extremen Fällen ziehen sich Betroffene vollständig in nahezu funkfreie Gebiete zurück, wie Wälder oder abgelegene Naturräume.


2 | Schneller Schutz: Rettungsdecke oder Mylar-Folie

Rettungsdecken aus Gold oder Silber können als erste Schutzmaßnahme dienen, um Körperbereiche oder Schlafplätze teilweise abzuschirmen. Sie sind leicht, großflächig und mehrfach verwendbar. Metallisches Knistern kann störend sein, daher kann ein Gestell helfen, die Decke so anzubringen, dass der Kopfbereich geschützt wird, während das Gesicht frei bleibt. Die silberne Seite sollte zur Strahlenquelle zeigen, da Aluminium reflektiert.


3 | Messgerät einsetzen

Ein eigenes Messgerät ist entscheidend, um die Belastung in der Umgebung zu erkennen. Geräte können gekauft, gemietet oder über Baubiologen bezogen werden – auch gebraucht oder in Ratenzahlung. Kleine, lautlos einstellbare Geräte eignen sich besonders für Wohnungssuche und Arbeitsplatzüberprüfung. Mit einem Messgerät lassen sich Strahlungsquellen lokalisieren, die Exposition gezielt reduzieren und gepulste Strahlung identifizieren, auf die besonders Personen mit Reaktionen auf WLAN oder DECT achten müssen.lst ist- was besonders für Personen wichtig ist, die auf WLAN und DECT reagieren.


4 | Abschirmen

Nachdem Strahlungsquellen identifiziert wurden, können technische Abschirmungen helfen. Maßnahmen reichen von Geräten deaktivieren, größere Abstände schaffen bis zu Abschirmmaterialien wie:

  • Abschirmfarbe (nur nach fachgerechter Erdung und Zustimmung des Vermieters)
  • Strahlenblockierende Tapeten
  • Vorhänge, Gitter, Fensterfolien
  • Abschirmkleidung
    Für eine professionelle Analyse empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Baubiologen.

5 | Kontakt zu Betroffenen, Ärzten und Vereinen

Der Austausch mit anderen Betroffenen, Ärzten oder Vereinen kann helfen, Erfahrungen zu teilen und Unterstützung zu erhalten. Auch das persönliche Umfeld (Familie, Freunde) sollte einbezogen werden, um mögliche Entlastungen, wie temporäre Unterkünfte, zu organisieren. Über die Zeit lernen Betroffene, auf welche Umgebungen sie reagieren und wie sie sich am besten schützen können.


6 | Wissen aneignen

Informationen über Elektrosensibilität und elektromagnetische Belastung sind essenziell. Wer informiert ist, kann sich besser schützen und andere aufklären. Engagement kann auch die gesellschaftliche Wahrnehmung verbessern. Möglichkeiten:

  • Medieninterviews oder Berichte
  • Bücher oder Blogs veröffentlichen
  • Webseiten zur Aufklärung erstellen
  • Veranstaltungen, Demonstrationen oder Initiativen unterstützen
  • Politische Petitionen unterzeichnen oder selbst starten

7 | Körper und Geist stärken

Nach der Reduzierung der Strahlenexposition kann es hilfreich sein, Körper und Geist zu stabilisieren. Die Wege zur Genesung sind individuell unterschiedlich. Die folgenden Empfehlungen ersetzen keinen ärztlichen Rat, können aber ergänzend zur Selbstfürsorge dienen:

  • Entspannungsübungen und Stressmanagement
  • Angepasste Bewegung oder Physiotherapie
  • Gesunde Ernährung und Schlafhygiene
  • Psychologische Unterstützung oder Coaching

10 weitere Tipps für Elektrosensible

  1. Natürliche und hochwertige Ernährung
    Reduzieren Sie Zucker, Gluten, stark verarbeitete Lebensmittel und Alkohol. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das allgemeine Wohlbefinden und kann die Belastbarkeit erhöhen.
  2. Gezielte Nährstoffversorgung
    Nahrungsergänzungsmittel nur bei nachgewiesenen Defiziten und unter professioneller Kontrolle einnehmen. Eine Überprüfung durch Bluttests oder ärztliche Beratung ist empfehlenswert.
  3. Antioxidantien und Mineralien
    Eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien, Spurenelementen und Mineralien kann die Zellen schützen und die Regeneration unterstützen.
  4. Hochwertige Vitamine
    Besonders Vitamin D und K sind wichtig für die Kalziumaufnahme und sollten bioaktiv und gut verwertbar sein.
  5. Omega-3-Fettsäuren & Melatonin
    Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und unterstützend für das Nervensystem. Melatonin kann die Schlafqualität fördern.
  6. Stressabbau und Entspannung
    Regelmäßige Entspannungsübungen, Meditation oder Atemtechniken helfen, die Stressbelastung zu senken und das Nervensystem zu stabilisieren.
  7. Erdung und Naturkontakt
    Barfußlaufen auf natürlichen Böden oder längere Aufenthalte in der Natur können Körper und Geist harmonisieren und das Wohlbefinden steigern.
  8. Künstliches Licht reduzieren
    Besonders blaues oder starkes weißes Licht aus Bildschirmen oder LED-Leuchten kann die Belastung erhöhen. Nutzen Sie Lichtquellen bewusst und vermeiden Sie Überreizung.
  9. Alternative Behandlungsmethoden
    Akupunktur, Chi Gong, Meditation oder therapeutisches Schröpfen können das Wohlbefinden steigern und entspannend wirken.
  10. Positives Denken und Sinnfindung
    Eine klare Perspektive entwickeln und nach jeder belastenden Exposition Maßnahmen zur Wiederherstellung ergreifen. Aufbau von Routinen und kleinen Erfolgen kann das Vertrauen in den eigenen Körper stärken.

Begrenzung der Exposition: 22 praktische Tipps

  • Drahtlose Netzwerke (z. B. WLAN) ausschalten und stattdessen Kabelverbindungen nutzen.
  • Nachbarn bitten, ihre WLAN-Geräte bei Nichtgebrauch auszuschalten – insbesondere nachts. Alternativ eine Abschirmhülle anbieten: Sie kann die Nutzung weiterhin ermöglichen und gleichzeitig die Belastung stark reduzieren.
  • Handys nicht in der Nähe des Schlafplatzes aufbewahren oder eingeschaltet lassen.
  • Schnurlose DECT-Telefone entfernen oder nur strahlungsarme Modelle im ECO-/ECO-PLUS-Modus verwenden.
  • Handynutzung auf ein Minimum beschränken.
  • Beim Telefonieren den Lautsprecher nutzen, um das Gerät vom Kopf fernzuhalten.
  • Alternativ ein Airtube-Headset verwenden, das elektromagnetische Belastung reduziert.
  • Handys nicht am Körper tragen.
  • Kindern möglichst kein Handy geben – außer in Notfällen, da die Strahlung tiefer ins Gehirn eindringt.
  • Handys nicht im Auto verwenden, da die Fahrzeugkabine die Strahlung konzentrieren kann.
  • Internetverbindung am Smartphone ausschalten (Flugmodus), da sonst ständig Hochfrequenzstrahlung gesendet wird.
  • Laptops nicht auf dem Schoß platzieren; alternativ eine abschirmende Decke zwischen Gerät und Körper verwenden.
  • Haushaltsgeräte nach Gebrauch vom Strom trennen, da auch Standby-Modus elektromagnetische Felder erzeugt.
  • Fernseher komplett ausschalten, kein Standby-Modus.
  • Bei Nähe zu mehreren Mobilfunkmasten gegebenenfalls den Aufenthaltsort wechseln.
  • Dimmer und Heizdecken entfernen oder vermeiden.
  • Schlafzimmer möglichst stromfrei gestalten.
  • Metallfreie Betten bevorzugen, da Metall als Leiter elektromagnetische Felder verstärkt.
  • Mikrowellen nicht verwenden.
  • Elektronische Wecker gegen batteriebetriebene Modelle austauschen.
  • Abstand zu Hochspannungsleitungen: mindestens 150 Meter bevorzugen.
  • Kopf beim Schlafen nicht näher als 1 Meter von Steckdosen positionieren.

Dr. George L. Carlo | Weshalb sollte man das Handy vom Kopf fern halten und die Freisprechanlage oder Kopfhörer nutzen?

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