Elektrosensibilität

Was ist Elektrosensibilität (EHS)?
Elektrosensibilität (EHS) ist eine multisystemische körperliche Reaktion mit Symptomen, die aufgrund anatomischer und physiologischer Unterschiede von Person zu Person variieren können. Zu den Symptomen können Kopfschmerzen, Kopfdruck, Schwindel, Herzklopfen, Tinnitus, Konzentrationsstörungen, Seh-, Sinnes- und Stimmungsstörungen, sowie Schlafstörungen gehören. Der US National Council on Disability (NCD) erkennt im Health Equity Framework 2022 an, dass elektrische Überempfindlichkeit mit der Verwendung von drahtlosen Kommunikations- und elektrischen Technologien und anderen Quellen nicht-ionisierender Strahlung in Verbindung steht. Diese Exposition kann zu Behinderungen sowie zu schwerwiegenden, potenziell lebensbedrohlichen kardialen, respiratorischen, neurologischen und weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.
Die mit EHS verbundenen Belastungen und Behinderungen werden von zahlreichen sozialen, wissenschaftlichen und medizinischen Organisationen anerkannt (WHO, 2004). Laut dem Bericht der Europäischen Kommission (EESC 2019) über die Digitalisierung: „Jeden Tag steigt die Zahl der EHS-Betroffenen. Nach aktuellen Schätzungen sind zwischen 3 % und 5 % der Bevölkerung elektrosensibel, was etwa 13 Millionen Menschen in Europa entspricht. Das Syndrom ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt, darunter Elektrosensibilität, Wi-Fi-Syndrom, Mikrowellensyndrom oder elektromagnetische Hypersensibilität.“ Mit der fortschreitenden Verbreitung drahtloser Technologien ist von einer weiteren Zunahme der Prävalenz auszugehen.
Viele dieser Expositionen sind unfreiwillig und mittlerweile unausweichlich. Häufige Folgen sind der Verlust des Arbeitsplatzes, der Schule und der Wohnung, die Trennung von Familie und Freunden, der fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung und die allgemeine Unzugänglichkeit aller Bereiche des öffentlichen Lebens. Die ungebremste, vernachlässigte weit verbreitete Zerstörung von Leben ist unmenschlich und zutiefst beunruhigend. icbe-emf.org | facebook.com
EHS- Eine eskalierende humanitäre Krise
Elektrosensibilität ist Teil der “neuen“ Krankheiten, die in den entwickelten Gesellschaften aufgetreten sind.
Dies ist eine bekanntermaßen wiederkehrende Krankheit, die durch die Einwirkung elektromagnetischer Felder verursacht wird. Unter Elektrosensibilität versteht man eine Reihe von Symptomen, die aktiviert oder verstärkt werden, wenn man sich in der Nähe von Transformatoren, Mobilfunkmasten, WLAN-Routern und/oder anderen Strahlungsquellen aufhält. Die betroffene Person scheint jedoch keine Probleme zu haben, solange sie keinen elektrischen Feldern ausgesetzt ist. Jede wiederkehrende Krankheit, die durch Strahlung verursacht wird und abnimmt oder verschwindet, wenn man sich von der Quelle entfernt, die sie erzeugt, stellt einen Fall elektromagnetischer Überempfindlichkeit dar.
Die derzeitigen Grenzwerte schützen Menschen mit EHS nicht, und es gibt keine medizinischen Register oder Schulungen, die eine angemessene Registrierung oder Unterstützung für diese Gruppe ermöglichen. Die staatlichen Aufsichtsbehörden sollten -was sie jedoch nicht tun- Schadensersatzansprüche untersuchen und die Richtlinien aktualisieren, um einen besseren Schutz der Gesundheit und des Wohlergehens der Bevölkerung zu gewährleisten. Aufgrund des geringen medizinischen Bewusstseins werden die meisten Fälle von EHS nicht erkannt oder falsch diagnostiziert, was zu einer Verschwendung von Gesundheitsressourcen aufgrund unangemessener Behandlung führt.
Forschungsergebnissen zufolge ist EHS eine klar definierte, objektiv identifizierte und charakterisierte neurologische Störung. Es handelt sich um ein primär physisches Problem, nicht um ein psychologisches. Auswirkungen können auch bei Menschen auftreten, die keine Symptome auf zellulärer Ebene verspüren, und es ist möglich, dass jeder Mensch potenziell EHS entwickeln kann, da jede Zelle im Körper von elektrischen Signalen abhängig ist.
- Elektrosensibilität ist eine allergische Reaktion einer Gruppe von Menschen die künstlicher elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind.
- EHS wird in Schweden, Kanada, in den Niederlanden und jetzt in Kalabrien (Italien) als Behinderung anerkannt.
- Die EU hat im Jahr 2022 anerkannt, dass EHS eine Krankheit ist (eur-lex.europa.eu; S. 38).
Häufige Symptome | Kopfschmerzen, Kopfdruck; Schwindel/ Benommenheit, Schlafstörungen (sofern der Schlafplatz belastet ist), Reizüberflutung, dermatologische Probleme, Herzklopfen, Tinnitus, Sehstörungen, Hyperaktivität/ Müdigkeit, Gedächtnis-/ Konzentrationsstörungen und Angstzustände (psychiatrische Symptome wie Angstzustände und Depressionen sind eine Folge der physiologischen Auswirkungen als eine primäre Ursache). medicionderadiaciones.com
Elektrosensibilität ist eine Pathologie, die in den Industrieländern in vollem Umfang expandiert.

EHS ist ein kumulativer, durch die Exposition ausgelöster Zustand und die Expositionen nehmen rasch zu. Wenn EHS nicht behandelt wird und eine allgemeine Verschlechterung eintritt, wird auf ein immer breiteres Spektrum von Frequenzen mit immer niedrigeren Intensitäten reagiert. Die Zahl der Geräte, die Symptome auslösen, wird zunehmen, die Abstände zwischen den Symptomen werden geringer und die Irreversibilität wird wahrscheinlicher. Die Zahl der Menschen mit EHS-Symptomen, die diese noch nicht mit der Exposition in Verbindung gebracht haben, dürfte weitaus höher sein als die geschätzten 4-10 % der Bevölkerung, die von mehreren Ländern angegeben werden.
Da die Exposition in allen Lebensbereichen allgegenwärtig ist, kann es für die Betroffenen schwierig sein, den Zusammenhang zu erkennen.
Viele Kinder sind betroffen, werden aber nicht diagnostiziert.
Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, an EHS zu erkranken, größer, da ihre Exposition höher ist und sich ihr System noch entwickelt. Es ist bereits eine große Zahl von Menschen betroffen, von denen viele aufgrund ihrer Erkrankung nicht arbeiten können, was zu Einkommensverlusten führt. Die Ressourcen der Gesundheitsbehörden werden durch eine unangemessene Diagnose und Behandlung der häufigsten Symptome zusätzlich belastet. In schwereren Fällen sind die Betroffenen gezwungen, in extremer Isolation, Armut und schlechtem Gesundheitszustand zu leben, wobei einige in Autos und Zelten wohnen, was sich ebenfalls als gesundheits- und lebensbedrohlich erweisen kann, insbesondere bei extremen Temperaturen. Sie haben keinen Zugang zu grundlegenden, lebenserhaltenden öffentlichen Einrichtungen wie Lebensmittelgeschäften und Gesundheitseinrichtungen, was eine klare Verletzung ihrer Menschenrechte darstellt.
Dr. Erica Mallery-Blythe (Großbritanien): „Ich werde täglich von Personen mit EHS, Ärzten, Schul- und Elterngruppen, Rechtsvertretern, den Medien und politischen Gremien kontaktiert, die medizinischen Rat zu EHS oder den gesundheitlichen Auswirkungen von EMF im Allgemeinen suchen. Dies ist eine immer anspruchsvollere Aufgabe, und deshalb habe ich eine Ärzteorganisation mit dem Namen PHIRE (Physicians‘ Health Initiative for Radiation and Environment) gegründet, um denjenigen, die darum bitten, mehr Unterstützung bieten zu können“.
Die WHO hat Elektrosensibilität anerkannt und in das internationale ICD-Klassifikationssystem aufgenommen (ICD Code Z58)- ein Diagnoseschlüssel mit dem Ärzte ihre Leistungen gegenüber den Krankenkassen abrechnen. Es ist zudem möglich, spezifische Biomarker im Körper zu messen und/ oder ein MRT des Gehirns durchzuführen, um Elektrosensibilität zu erkennen. eloverkanslig.org | olgasheean.com
Symptome
Elektrosensible Reaktionen treten klassischerweise auf künstliche, gepulste Strahlung auf – im Gegensatz zu den weitgehend analogen Feldern der Natur. Betroffene reagieren häufig auf Quellen wie WLAN-Router, DECT-Telefone, Smart Meter oder Mobilfunkmasten. Manche Personen zeigen zudem Empfindlichkeiten gegenüber niedrigen elektrischen Haushaltsfeldern, einschließlich der magnetischen Felder von Stromleitungen und den elektrischen sowie magnetischen Feldern elektronischer Geräte.
Ein zentrales Merkmal von Elektrosensibilität ist, dass sich die Beschwerden bei Entfernung oder Abschaltung der Quelle deutlich oder schrittweise bessern, abhängig von der individuellen Schwere der Symptome. Wird die Belastung fortgesetzt, bleiben oder verschlechtern sich die Beschwerden, die Person wird dabei häufig auf weitere Quellen empfindlich. Es wird keine Verbesserung oder Neutralität eintreten.
Hauptsymptome
- Kopfdruck/ Kopfschmerzen
- Mittlere bis starke Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Schwindel/ Benommenheit
- Lichtempfindlichkeit/ Tinnitus
- Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen, Stressgefühle, Angstzustände, Reizbarkeit oder verändertes Verhalten
- Starkes Wärmeempfinden (ohne Heizung als Verursacher)/ Schwitzen (Stress-Schweiß)
- Unregelmäßige oder erhöhte Herzfrequenz
- Evtl. eine Art Stromgefühl im Körper/ Kopfhautkribbeln
- Schlafstörungen (nur wenn der Schlafbereich belastet ist)
Elektrosensibilität ist ein globales Problem
Es handelt sich, wie bei MCS, um eine Multisystemerkrankung*, die durch körperliche Symptome gekennzeichnet ist. Betroffene besitzen eine geringere Toleranz gegenüber EMF als die durchschnittliche Bevölkerung. Seit den 1940er Jahren ist der Einfluss bestimmter nichtionisierender Strahlung auf die Gesundheit im medizinischen Bereich bekannt- aber erst seit der Einführung des riesigen Netzes von Mobilfunkantennen und der massiven Verbreitung von WLAN, hat diese lautlose Krankheit pandemische Ausmaße angenommen.
International haben Wissenschaftler und Epidemiologen Tausende von Forschungsstudien veröffentlicht, die schädliche biologische Wirkungen (einschl. DNA-Schäden, oxidativem Stress und Unterbrechungen der Blut-Hirn-Schranke) infolge der Exposition gegenüber hochfrequenten und anderen künstlichen EMF belegen. Diese biologischen Wirkungen sind allesamt Vorläufer von chronischen Krankheiten und Krebs und treten auf intra- und interzellulärer Ebene auf, unabhängig davon, ob eine Person sich symptomatisch fühlt oder nicht.
► Wie der Kanarienvogel in der Kohlenmine sind diejenigen, die an EHS leiden, die ersten, die es spüren.
Elektrosensibilität wird von einigen Forschern zusammen mit der Multiplen Chemikaliensensibilität (MCS) untersucht, mit der sie gemeinsame zugrunde liegende Mechanismen teilt und mit der sie eine hohe Komorbiditätsrate aufweist. Sie tritt auch zusammen mit dem Chronischen Müdigkeitssyndrom und in geringerem Maße mit der Fibromyalgie auf. Sie alle gehören zu den zentralen Sensibilitätssyndromen. espaciosanitario.com | eloverkanslig.org
*Multisystemerkrankungen: Chemikaliensensibilität (MCS), Fibromyalgie und das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS). MCS-Erkrankte sind überdies oft zusätzlich von Elektrosensibilität betroffen.
EHS kann schnell fortschreiten
EHS kann bei einigen Personen schnell fortschreiten, so dass diese durch schwere Symptome handlungsunfähig werden und selbst kleinste Expositionen gegenüber bestimmten Frequenzen nicht mehr tolerieren. Da nur sehr wenige Ärzte in Bezug auf die Erkrankung geschult sind und Internetquellen oft sachlich ungenau sind oder einer Voreingenommenheit unterliegen, kann es für Betroffene sehr schwierig sein, angemessene Unterstützung zu erhalten. Die Hauptstütze besteht darin, die EMF-Auslöser zu vermeiden- aber das kann sich als extrem schwierig erweisen, wenn man bedenkt, dass die Strahlung von WLAN und Mobiltelefonen in der Gesellschaft allgegenwärtig ist. Dies führt nicht nur zu einer allgemeinen Verschlechterung der öffentlichen Gesundheit, sondern wirft auch Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte auf. Schwer Betroffene können einem Suizidrisiko unterlegen sein, da die Lage in einer technologisierten Welt oft ausweglos scheint.
► Der Begriff „Sensibilität“ sollte als die Fähigkeit des Organismus verstanden werden, etwas zu erkennen und nicht mit dem abwertenden Begriff „Empfindlichkeit“ verwechselt werden. Elektrosensibilität zeigt eine größere Fähigkeit zur bewussten Erkennung elektromagnetischer „Schadstoffe“ als das durchschnittliche Individuum. Dies ist keineswegs eine Pathologie (jedoch der einzige Weg zur Anerkennung und zur Hilfe).
Schätzungen zufolge sind derzeit 3-5% der Weltbevölkerung stark elektrosensitiv, wobei 30-50% symptomatisch moderat betroffen sind. Es wird erwartet, dass diese Zahlen mit der massiven Verbreitung von WLAN-Routern, Smart Cities, Smart Homes und 5G signifikant zunehmen werden.
- Diagnoseschlüssel | Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellte Ssystem für medizinische Diagnosen (ICD) klassifiziert Elektrosensibilität mit der Kennziffer Z58: “Kontaktanlässe mit Bezug auf die physikalische Umwelt“.
- Die kanadische Menschenrechtskommission hat 2007 eine Richtlinie zu Umweltsensitivitäten verabschiedet. Diese Richtlinie ist für Arbeitgeber des Bundes gesetzlich bindend. In dieser Richtlinie wird EHS als Umweltsensitivität und daher als Behinderung eingestuft.
Das Mikrowellensyndrom
Ursprünglich wurde die elektrosensible Reaktion auf elektromagnetische Felder als Mikrowellenkrankheit oder Radiowellensyndrom bezeichnet. Historisch gewann das Thema insbesondere während des Kalten Krieges an Aufmerksamkeit: In den 1950er bis 1970er Jahren waren Mitarbeiter der US-Botschaft in Moskau der gezielten Mikrowellenstrahlung ausgesetzt. Berichten zufolge entwickelten viele der Betroffenen eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen, darunter neurologische und kognitive Beeinträchtigungen, und einige erkrankten später an Krebs.
Die wissenschaftliche Literatur beschreibt Elektrosensibilität seit den 1930er Jahren unter verschiedenen Bezeichnungen, darunter:
- Mikrowellenkrankheit
- Radiowellensyndrom
- EMF-Intoleranzsyndrom
- Rapid-Ageing-Syndrom
Heute wird der Begriff Elektrosensibilität (EHS) bevorzugt, um die physiologischen Reaktionen auf elektromagnetische Felder neutral und über alle Frequenzbereiche hinweg zu beschreiben. Die historischen Beobachtungen, wie im Fall der US-Botschaft, haben wesentlich zur heutigen Aufmerksamkeit für die Erkrankung beigetragen und zeigen, dass schon früh chronische gesundheitliche Folgen durch Strahlenexposition möglich sein können.
US-Botschaft in Moskau unter Mikrowellenexposition – Parallelen zu Kuba
Das Moskauer Signal war eine gemeldete Mikrowellenübertragung, die von 1953 bis 1976 an die US-Botschaft in Moskau gerichtet war, deren Intensität 1975 zunahm und einen internationalen Zwischenfall auslöste. Nach den Enthüllungen über Moscow Signal reichten viele Mitarbeiter der US-Botschaft Klagen gegen die US-Regierung ein.
Nach dem Moskauer Signal gab es im Dezember 2016 das Havanna-Syndrom. Menschen zeigten ungewöhnliche Symptome wie Migräne, Schwindel, Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten und die Unfähigkeit, ihren normalen Arbeitsaufgaben nachzugehen. Insbesondere Mitarbeiter des Außenministeriums, hatten zunehmend das Gefühl, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen wurden und ihnen Gleichgültigkeit und sogar Unglaube entgegenschlugen. Einige hatten Schwierigkeiten, medizinische Hilfe zu erhalten.
Schließlich schaltete sich der Kongress ein. Sie verabschiedeten den HAVANA Act (Helping American Victims Afflicted by Neurological Attacks), der vorschreibt, dass Menschen mit Havanna-Syndrom wie verwundete Veteranen behandelt werden sollen. Im Dezember 2020 veröffentlichten die Nationalen Akademien der Wissenschaften, der Ingenieurwissenschaften und der Medizin eine Analyse des Havanna-Syndroms mit dem Titel „ Eine Bewertung der Erkrankungen von US-Regierungsangestellten und ihren Familien in ausländischen Botschaften “. Darin wurde festgestellt, dass Mikrowellenstrahlung die wahrscheinlichste Ursache sei. nsarchive.gwu.edu; afsa.org
Industrienahe Grenzwerte
“Zeitgleich mit dem flächendeckenden Ausbau des Mobilfunks zu Beginn der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden von einem privaten Verein aus industrienahen Technikern, Ingenieuren und Physikern, der sich den Namen ICNIRP gab (International Commission on Non Ionising Radiation Protection), Grenzwerte für die Strahlenbelastung durch Mobilfunk aufgestellt. Diese Werte wurden 1996 vom Bundestag in der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung zum Gesetz erhoben. Seither berufen sich Industrie, Behörden, Politiker, Justiz und Medien auf diese Werte. Es wird behauptet, bei Einhaltung dieser Grenzwerte bestehe keine Gefahr für Mensch und Natur durch Mobilfunkstrahlung. Diese Behauptung ist wissenschaftlich falsch und sachlich absurd, vor allem aber gesundheits- und lebensgefährdend.
hohenlohe-ungefiltert.de
Seit 1932 bekannt
Elektrosensibilität wurde erstmals 1932 vom deutschen Arzt Prof. Dr. Erwin Schliephake an der Universität Jena beschrieben. In der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (05.08.1932) veröffentlichte er die ersten wissenschaftlichen Daten über Patienten, bei denen unter Bestrahlung mit Kurzwellen spezifische gesundheitliche Beschwerden auftraten. Schliephake bezeichnete diesen Zustand als „Mikrowellenkrankheit“ oder „Radiowellenkrankheit“.
Dieser Arzt wusste vor 80 Jahren, was Unternehmen und Regierungen immer noch zu bestreiten versuchen. Die menschliche Biologie reagiert auf langfristige, nicht-thermische Expositionen von Mikrowellenstrahlung, die weit unter den „staatlichen Richtlinien“ liegen, die schützen sollen. Diese frühen Beobachtungen bilden die Grundlage für das heutige Verständnis von Elektrosensibilität. emfanalysis.com
Umweltbedingt verursacht
Elektrosensibilität wird häufig als Umweltkrankheit eingeordnet. In diesem Zusammenhang werden künstlich erzeugte elektromagnetische Felder (EMF) als umweltbedingende Belastungsfaktoren betrachtet.
Die Reaktionen äußern sich typischerweise in einer Kombination aus neurologischen, immunologischen und endokrinologischen Symptomen, wenn Betroffene Hochfrequenzstrahlung, magnetischen und elektrischen Feldern oder sogenannten harmonischen Verzerrungen (“schmutziger Strom“) ausgesetzt sind. Art und Ausprägung der Symptome variieren in Abhängigkeit von Intensität, Dauer und Häufigkeit der Exposition. Häufig bessern sich die Beschwerden, sobald die Belastungsquelle entfernt wird, und treten erneut auf, wenn die Exposition wieder einsetzt.
Elektrosensibilität ist dabei keine Krankheit im klassischen Sinne. Elektrosensible Personen sind in der Regel beschwerdefrei, solange sie keiner relevanten elektromagnetischen Belastung ausgesetzt sind. Es handelt sich weder um eine infektiöse Erkrankung noch um ein psychisches Leiden, sondern um körperliche Reaktionen auf Umweltfaktoren, die Symptome wie Kopfschmerzen, Kopfdruck, Schwindel, Herzklopfen, Schlafstörungen (nur, wenn der Schlafplatz belastet ist), Angstzustände oder Gedächtnisprobleme auslösen können.
Bemerkenswert ist, dass drahtlose Strahlung von Versicherungen als potenzieller Schadstoff eingestuft wird, was sich unter anderem im fehlenden Versicherungsschutz widerspiegelt. (elektrosensibel-ehs.de/kein-versicherungsschutz)
Vor diesem Hintergrund lässt sich sagen: Nicht der Mensch ist krank, sondern die Umwelt belastet. Ähnlich wie bei anderen Umweltsensitivitäten reagiert der Körper auf eine veränderte oder verschmutzte Umgebung. In einer unbelasteten Umgebung ist die elektrosensible Person gesund. electrosensitivity.co
Zunehmende Überempfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen
Wie bei anderen Umweltunverträglichkeiten – etwa gegenüber Chemikalien, Staub oder bestimmten Nahrungsmitteln – kann sich auch bei Elektrosensibilität eine zunehmende Überempfindlichkeit entwickeln. In diesem Verlauf reagieren Betroffene bereits auf sehr geringe elektromagnetische Expositionen, die zuvor noch gut toleriert wurden.
Elektrosensibilität wird seit den 1940er Jahren wissenschaftlich untersucht. Zunächst betraf sie vor allem Menschen mit beruflicher Exposition, beispielsweise Beschäftigte in der Funk- und Radiotechnik. Mit der fortschreitenden Verbreitung drahtloser Technologien seit den 1970er Jahren – darunter Mobilfunk, WLAN und später intelligente Messsysteme – ist zunehmend auch die Allgemeinbevölkerung betroffen.
Studien und klinische Beobachtungen beschreiben häufig einen Verlauf mit schrittweiser Sensibilisierung, vorübergehender Anpassung und schließlich einem Auslöse- oder Kipppunkt, an dem der Körper die Belastung nicht mehr kompensieren kann. Insbesondere das Zentralnervensystem reagiert dann bereits auf deutlich geringere Expositionsstärken als zuvor.
Als auslösendes Ereignis wird häufig eine neue oder erhöhte Umweltbelastung beschrieben, etwa durch die Einführung von WLAN, Mobilfunkanlagen oder drahtlosen Smart-Meter-Systemen. Da elektromagnetische Felder bauliche Grenzen wie Wände nicht vollständig abschirmen, kann es auch zu relevanten Expositionen durch Geräte im Umfeld kommen – beispielsweise in Nachbarwohnungen oder am Arbeitsplatz – ohne dass Betroffene diese Technik selbst nutzen. In einigen Fällen scheinen zudem epigenetische Faktoren eine Rolle bei der individuellen Empfindlichkeitsentwicklung zu spielen.
Drahtlose Technologie- das stille Umweltgift
Prof. Olle Johansson (Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden) betont, das elektrosensible Menschen nicht als krank angesehen werden sollten. Sie leiden nicht an einer Pathologie- aber sie sind behindert aufgrund der extremen Umweltverschmutzung durch starken Elektrosmog. Elektrohypersensibilität sollte nicht als ein Bruch der Toleranzschwelle des Körpers gegenüber EMF verstanden werden, da Lebewesen nicht zur Unterstützung dieser Schadstoffe hergestellt werden! Der Begriff „Überempfindlichkeit“ ist verwirrend und impliziert, dass die beobachteten Symptome und Funktionsstörungen auf eine Immunreaktion allergischer Art gegen EMF zurückzuführen sind. Prof. Olle Johannsson ist eine weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der EMF-Strahlung und gesundheitlichen Auswirkungen lescitoyenseclaires.org
Auf internationaler Ebene haben Wissenschaftler und Epidemiologen Tausende von geprüften Forschungsstudien veröffentlicht, die schädliche biologische Wirkungen (DNA-Schäden, oxidativen Stress und Brüche der Blut-Hirn-Schranke) aufzeigen, die sich aus der Exposition gegenüber Hochfrequenz- und anderen künstlichen elektromagnetischen Feldern ergeben. Diese biologischen Wirkungen sind Vorläufer für chronische Krankheiten und Krebs und treten auf intrazellulärer und interzellulärer Ebene auf, unabhängig davon, ob sich eine Person symptomatisch fühlt oder nicht.
| Fehlende Akzeptanz
Umweltkranke, die sensibel auf kleinste Spuren von Chemikalien oder auf elektromagnetische Strahlung reagieren, haben es im Alltag und Beruf schwer. Sie werden häufiger als Personen mit AIDS, Allergien, Asthma, Magenbeschwerden, Trauma oder Tuberkulose in ihrem Berufsleben diskriminiert. Ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit hängt von den Räumlichkeiten und der Akzeptanz ihres Umfeldes ab. Leider treffen sie dabei noch viel zu häufig auf Unverständnis und Intoleranz, obwohl Chemikaliensensitivität (MCS) und Elektrosensibilität (EMF) in einigen Ländern als Schwerbehinderung anerkannt sind. Elektrosensible haben es besonders schwer. Wer auf Strom und Strahlung reagiert, ist durch die ständig zunehmende Belastung sehr beeinträchtigt und hat noch weniger Rückzugsrefugien als vergleichsweise Chemikaliensensible, von der Akzeptanz dieser relativ neuen Umweltsensibilität in der Gesellschaft und bei Behörden ganz zu schweigen.
csn-deutschland.de
| Mangel an Information
Dass die Frage „Mobilfunk und Gesundheit“ öffentlich kaum präsent ist, hat mit einem unfassbaren Informationsmangel, aber auch mit Verdrängen zu tun. Viele wollen nicht wissen. Die staatlichen Gesundheitsbehörden versagen. Die Massenmedien schweigen oder verharmlosen.
Bürgerwelle
Elektromagnetische Felder sichtbar gemacht
Wo Energie erzeugt, transportiert und angewendet wird, werden Felder aufgebaut, die z. B. unter Hochspannungsleitungen durch Leuchtstoffröhren sichtbar gemacht werden können. Hochfrequente Strahlung (LTE, WLAN, DECT etc.) wird als elektromagnetische Strahlung bezeichnet. Haushaltsstrom fällt in den Bereich der niederfrequenten Strahlung, welche wiederum in elektrische und magnetische Strahlung unterteilt wird. Wo Energie erzeugt bzw. transportiert und angewendet wird, werden Felder aufgebaut. Schließt man ein Verbraucherendgerät an die Steckdose steht dieses bereits unter Spannung- unabhängig ob das Gerät an ist oder nicht.
- elektrosensibel-ehs.de | Hörproben durch Messgeräte
Elektrische Felder sichtbar gemacht
Aufgrund der immensen Feldstärken unter Hochspannungsleitungen können Leuchtstoffröhren zum leuchten gebracht werden. Elektromagnetische Felder entstehen aber nicht nur unter Stromleitungen, sondern vor allem auch bei Funkmasten, Handys, WLAN-Routern, Mikrowellen etc.
Der Umgang mit elektrohypersensiblen Menschen und dem Grundgesetz
Wenn der Staat keinen Anlass sieht, seine Schutzpflicht gemäß Artikel 2.2 GG zu erfüllen oder wenn er den an sich geschützten Raum der eigenen vier Wände nicht vor Strahlungsintensitäten bewahrt, die nach dem Stand der Erkenntnis gesundheitsschädigend sein können, beispielsweise nach der Einstufung der WHO Krebs verursachen könnten, so tangiert das die Grundrechte jedes Bürgers. Besonders hart von den Einstellungen der Mobilfunkpolitik betroffen ist aber die wachsende Minderheit elektrohypersensibler Menschen. Die Leitlinie 2016 macht zugleich deutlich, wie absurd und inhuman es bei dem Stand der Erkenntnis wie im internationalen Vergleich erscheint, wenn der deutsche Staat diese Gruppe seiner Bürger pauschal zu einer Ansammlung von Hypochondern und eingebildeten Kranken erklärt. Strahlenbedingt Kranke soll es offenbar nicht geben, weil sie rücksichtsvollere Einstellungen der Technikpolitik fordern würden. Wo ist in solchen Vorgängen der gesetzliche Schutz von Minderheiten, wo die viel berufene Unantastbarkeit der Menschenwürde gemäß Artikel 1 GG, das wohl zentralste und umfassendste aller Menschenrechte, geblieben? Haben sich die politisch Verantwortlichen je gefragt, was es für die Entwicklung einer Gesellschaft längerfristig bedeutet, wenn immer mehr Bürger durch Staat und Industrie zu einem menschenunwürdigen Leben in Kellern oder zur verzweifelten Suche nach letzten Funklöchern gezwungen und von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weitgehend ausgeschlossen werden? Nach den beobachtbaren Einstellungen des Umgangs mit elektrohypersensiblen Menschen erscheint die betriebene Mobilfunkpolitik als ein unzureichend informiertes Programm staatlicher Technik- und Wirtschaftspolitik, das den Robusten zur gewünschten Norm erhebt, sensibleren Menschen aber mehr oder minder diskret mitteilt, dass sie weder erwünscht sind noch gebraucht werden.
kompetenzinitiative.com
- kompetenzinitiative.com (PDF-Broschüre mit obigen Textauszug; S. 13)
“Menschen müssen Krankheiten ertragen, damit das Wirtschaftsmodell weiterbesteht“
Die stillschweigende Ausgrenzung von Menschen mit Umwelt-Sensibilitäten
Prof. Pamela R. Gibson (emeritierte Professorin für Psychologie, James Madison University, USA) analysiert, warum die vom Wachstumswahn und Profitgier getriebene kapitalistische Gesellschaft die Menschen, die durch die Auswirkungen ihrer Produktionsweise und ihrer Produkte krank werden, zu einer ungeschützten, ausgegrenzten Minderheit macht. docplayer.org (S. 17)
Prof. Dr.-Ing. Götz C. Kappen
Dass Menschen ganz unterschiedlich sensibel auf Funk- und Tonsignale reagieren, sei normal. „Manche reagieren schon auf Radio- oder Bluetoothfrequenzen mit Kopfschmerzen.“
azonline.de
Auch Mitarbeiter der WHO betroffen
Frau Dr. Gro Harlem Brundtland ist die bekannteste Person, die von EHS betroffen ist. Sie ist die ehemalige norwegische Premierministerin und ehemalige Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es wird angenommen, dass sie 2003 aus der WHO vertrieben wurde, weil sie in einem Pressegespräch mitteilte, dass Handys innerhalb weniger Meter Kopfschmerzen verursachen würden. Diese Offenbarung stimmte nicht mit den wirtschaftlichen Interessen der WHO überein.
Ist Elektrosensibilität eine Allergie?

Einige Menschen sind stärker von EMF betroffen als andere. Letztendlich ähnelt diese Überempfindlichkeit gegen EMF einer Allergie.
EHS ist analog zu einer Allergie, jedoch sollte es eher als Intoleranz-Syndrom gegenüber (künstl.) elektromagnetischen Feldern verstanden werden. Sobald der Körper elektrosensibel reagiert, besteht die einzige bekannte Behandlung darin, die Exposition deutlich zu reduzieren. Dies kann dramatische Auswirkungen auf das eigene Leben haben, da einige Elektrosensible ihre Karriere, ihr Zuhause, soziale Netzwerke und manchmal sogar ihre Familie aufgeben müssen. Diese Menschen sind EMF-Flüchtlinge. Es gab viele Selbstmorde auf der ganzen Welt im Zusammenhang mit schweren Fällen von EHS. Daher kann Elektrosensibilität verheerende Auswirkungen auf Einzelpersonen und Familien haben. Jedoch muss angemerkt werden, das nicht der Mensch die Schwachstelle ist, sondern der Rücksichtslose Ausbau Hochfrequenter Funkstrahlung in alle Bereiche des Lebens.
Kribbeln (z.B. Kopfhautkribbeln bei WLAN) | Es ist erwiesen, dass Handystrahlung eine Histaminausschüttung in der Haut verursacht, die einer allergischen Reaktion sehr ähnlich ist. Manche Menschen sind viel „empfindlicher“ als andere. emfhazards.com
Gesundheitliche Beschwerden durch die EMF sind ähnlich einer Allergie: durch die dauernde Belastung des Körpers ist dieser über kurz oder lang nicht mehr imstande, sich gegen die hohe Belastung zu wehren und reagiert mit verschiedenen physischen und psychischen Krankheiten. Bildlich gesehen: EMF sind wie Wassertropfen, die langsam ein Glas füllen und zuletzt braucht es nur noch einen Tropfen, und das Glas überläuft. Folge: die physischen und psychischen Beschwerden werden spürbar und sichtbar für die Umgebung der Betroffenen.
strahltech.ch
Die öffentlich bekannten Elektrosensiblen sind nur die Spitze des Eisbergs
Aus Presse und TV sind von den vielen Menschen, die unter WLAN- und Mobilfunkstrahlung, Haus- und Bahnstrom, Elektrozäunen und weiteren Strahlungsquellen leiden, nur ganz wenige öffentlich bekannt. Von ihren zahllosen Leidensgenossinnen und -genossen weiß kaum jemand. Denn die meisten Elektrosensiblen wollen sich nicht als strahlungsempfindlich offenbaren, um in Beruf und Sozialleben nicht massiv benachteiligt zu sein.
buergerwelle.de
Dominique Belpomme (Professor für Onkologie, Universität Paris-Descartes)
Bereits im Jahr 2004 hatte der französische Krebsforscher Dominique Belpomme auf die Risiken der Nutzung von Mobiltelefonen hingewiesen. Zehn Jahre später ist er überzeugt, dass elektromagnetische Felder eine massive Gefahr für die Menschheit darstellen und zu neuen Krankheiten führen, beispielsweise der Elektrohypersensitivität. Der Mediziner, der sich als „Pionier“ sieht, spricht über die strittige Anerkennung dieser Pathologie.
geobiologischer-beratungsdienst.de
Artikel
- elektro-sensibel.de | „Elektrosensibel“- ist dieser Begriff noch zeitgemäß?
- bund-naturschutz.de | Funkstrahlung fühlen? Was bedeutet Elektrosensibilität?
- profdrkarlhecht.de| Elektrohypersensibilität- die neue Volkskrankheit?



