Wie die Mobilfunkindustrie mit Wissenschaft umgeht. Veranschaulicht durch ICNIRP versus NTP

Nachgiebige Wissenschaftler wurden großzügig unterstützt

Die Entwicklung der Mobilfunktechnologien von 1G bis hin zu 5G ist eine Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen sucht. Sie war nur möglich, weil die für die Technologie verantwortlichen Industrieexperten davon ausgingen, dass hochfrequente (HF-)Strahlung und ihre Modulationen- ähnlich wie das sichtbare Licht– biologisch unbedenklich sind. Sie glaubten an Sicherheitsgrenzen, die den Menschen nur vor den akuten thermischen Auswirkungen der systemimmanenten HF-Strahlung zuverlässig schützen. Biologische Effekte unterhalb der Sicherheitsgrenzen wurden kategorisch ausgeschlossen, weil ihre Existenz angeblich den Gesetzen der Physik widerspreche.

Die technische Nutzung von HF-Strahlung in der Mobilkommunikation erfährt also kaum Einschränkungen. Zweifel an der Unbedenklichkeit dieser Strahlung, die ebenso alt ist wie die Technik selbst, wurden von der Mobilfunkindustrie als falsch und unbegründet gekontert. Nachgiebige Wissenschaftler, deren bevorzugte Meinung wichtiger war als ihre Qualifikation, wurden großzügig unterstützt und unter Nutzung politischer Verbindungen in nationale und internationale Beratungs- und Entscheidungsgremien entsandt.

Durchsetzung der Interessen der Mobilfunkindustrie- Gründung von ICNIRP

Ein Meilenstein bei der Durchsetzung der Interessen der Mobilkommunikationsindustrie war die Gründung der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) im Jahr 1992. Sie ist eine nichtstaatliche Organisation. Michael Repacholi, der damalige Leiter des EMF-Projekts der WHO, schaffte es, dass diese Gruppe sowohl von der WHO als auch von der EU und einer Reihe ihrer Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, offiziell anerkannt wurde. Repacholi, zunächst ICNIRP-Vorsitzender und später emeritiertes – Mitglied, verließ die WHO nach Korruptionsvorwürfen im Jahr 2006 und fand eine neue Position als Berater eines amerikanischen Stromversorgers. Die wichtigste Aufgabe der ICNIRP ist die Festlegung von Sicherheitsgrenzwerten für nichtionisierende Strahlung einschließlich HF-Strahlung. Ihre Entscheidungen sind für die wirtschaftliche und strategische Planung der Mobilfunkindustrie von größter Bedeutung. Die ICNIRP, deren Mitglieder von der Unschädlichkeit der HF-Strahlung überzeugt sind, hat ihre Haltung trotz aller seit 1992 auf diesem Gebiet erzielten Forschungsfortschritte nie geändert. Um zu gewährleisten, dass sich die Mobilfunkindustrie dauerhaft auf die ICNIRP verlassen kann, ist die Nachfolge eines ausscheidenden Mitglieds statutarisch geregelt. Die verbleibenden Mitglieder wählen das neue Mitglied auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses aus. Zusammen mit den anderen oben erwähnten Gruppen hat die ICNIRP dafür gesorgt, dass die Mobilfunkindustrie nicht nur die technische Forschung, auf die sie Anspruch hat, sondern auch die biologische Forschung dominiert – dies auf Kosten der menschlichen Gesundheit.

ICNIRP vs NTP (unabhängige Wissenschaft)

“ICNIRP will das perfekte Studium. Die Tatsache, dass dies aufgrund der Natur der biologischen Forschung unmöglich ist, kann ihren Mitgliedern offensichtlich nicht vermittelt werden. Sie zeigen entweder Inkompetenz in Bezug auf ihre wissenschaftlichen Qualifikationen oder höchstwahrscheinlich die Absicht, der Mobilkommunikationsbranche in einer schwierigen Situation zu helfen. Es sieht so aus, als würde ICNIRP von dieser Branche erneut zur Durchsetzung ihrer Interessen eingesetzt, diesmal mit einer von der Tabakindustrie kopierten Methode. Durch jahrzehntelange Zweifel gelang es der Tabakindustrie, die Menschen über die bereits sichere Tatsache, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht, unsicher zu machen. Jetzt wendet die Mobilkommunikationsbranche dieselbe Taktik an, und dies mit noch schlimmeren Konsequenzen: Die Sucht mag vergleichbar sein, aber die Zahl der Süchtigen ist bei weitem viel höher.“ saferemr.com

ICNIRP findet NTP- und Ramazzini-Studien nicht überzeugend. Im Gegensatz dazu stellte ein Peer-Review-Gremium aus Toxikologen und Pathologen kürzlich fest, dass die NTP-Studie „eindeutige Beweise“ für die RF-Karzinogenität zeigte.

Im Folgenden wird der gegenwärtige Stand der Auseinandersetzung zwischen der Mobilfunkindustrie und der unabhängigen Wissenschaft anhand eines Beispiels aufgezeigt. Die Mobilfunkindustrie wird dabei durch ICNIRP vertreten, die unabhängige Wissenschaft durch das Nationale Forschungs­programm (NTP) der USA. Die NTP hat gerade das größte bisher durchgeführte Tierexperiment abgeschlossen und dabei nachgewiesen, dass die Mobilfunkstrahlung über ein krebserzeugendes Potenzial verfügt. Die ICNIRP ist der Meinung, dass die Ergebnisse der NTP-Studie nicht überzeugen können und dass zur Abklärung weitere Studien erforderlich sind.

gigaherz.ch
Wissenschaftler bestürzt über ICNIRP Fehlinterpretation renommierter Forschungsergebnisse zu nichtionisierenden Strahlengefahren

Das Gesundheitsrisiko wird von der „Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung“ (ICNIRP) heruntergespielt. Wissenschaftler widerlegen, indem sie auf das Offensichtliche hinweisen. In den letzten Tagen hat die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) die Ergebnisse der vom Ramazzini-Institut und dem National Toxicology Program (NTP) durchgeführten Studien zu den Wellen der Mobiltelefonie als „nicht überzeugend“ definiert.

ICNIRP ist keine öffentliche Gesundheitsbehörde, die Karzinogene routinemäßig bewertet. Die Untersuchung von RFR und Karzinogenität erfolgt durch IARC und andere Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens. Hierbei wurde HF Strahlung 2011 als mögliches Karzinogen eingestuft. rfsafe.com

Quellen und weitere Informationen

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